Hivar Hasher (links) und Mohamed Alhomsi (Mitte) sind die Friseure im neuen Barbershop in der Steinstraße. Bei dem Frise
Hivar Hasher (links) und Mohamed Alhomsi (Mitte) sind die Friseure im neuen Barbershop in der Steinstraße. Bei dem Friseursalon in Malchin handelt es sich um die vierte Filiale des Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Neubrandenburg hat. Zoltán Szabó
Konkurrenz

Neuer Barbershop sorgt für Unmut unter Malchins Friseuren

Das neue Geschäft hat erst wenige Tage auf und sorgt bereits für viele Diskussionen. Vor allem die Preise sind eine Kampfansage an die etablierte Zunft.
Malchin

Konkurrenz belebt das Geschäft. Doch was sich seit einigen Tagen in der Malchiner Steinstraße tut, das lässt die Betreiber der etablierten Friseursalons jetzt eher die Haare zu Berge stehen. Ein neuer Barbershop hat sich ausgerechnet in der Straße angesiedelt, in der es schon zwei Friseure gibt. Das neue Geschäft bietet neben einem Haarschnitt für Herren und Kinder auch eine Bartrasur und das Zupfen von Augenbrauen an. Das ist noch nicht das Problem. Die Preise sind allerdings eine Kampfansage: 13 Euro kostet der Trockenhaarschnitt, mit Waschen und Föhnen sind es 16 Euro. Wer sich sowohl Haare, Bart als auch die Augenbrauen machen lässt, zahlt 19 Euro. In den ersten zwei Monaten erhalten Kunden gar noch 50 Prozent Rabatt.

Scharfe Kritik an neuem Geschäft

Die neue Konkurrenz stößt bei Malchiner Friseuren auf Skepsis. Silke Schumacher vom gleichnamigen Friseursalon in der Steinstraße meint, die Preise des Barbershops können sich nicht rechnen, wenn man den Mindestlohn zahlt. „Es sollte generell ein Meister im Laden sein, das ist dort garantiert nicht der Fall“, erklärt sie. Ob die Ausbildung der Friseure deutschen Standards entspreche, zieht Schumacher in Zweifel. Mit Handwerk habe das nicht mehr viel zu tun.

Die Inhaberin eines weiteren Friseursalons, der seit Jahrzehnten in Malchin ansässig ist, will ihren Namen lieber nicht öffentlich machen. Sie übt aber scharfe Kritik: Mit anderen Friseuren in Malchin habe man ein gutes Verhältnis. Doch offenbar nicht so mit dem Barbershop. „Solche Preise machen uns kaputt“, sagt sie und vermutet, dass dessen Mitarbeiter nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. „Man kann keinen Maschinenhaarschnitt für 8 Euro anbieten, wenn man einem Mitarbeiter einen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde zahlt. Das rechnet sich nicht“, findet die Geschäftsfrau. Auch sie frage sich, ob dort überhaupt jemand einen Meisterbrief besitzt. Sie habe die Handwerksinnung bereits gebeten zu prüfen, ob das neue Geschäft in der Steinstraße rechtens ist. Die Unternehmerin kritisiert, dass das Rathaus der Gewerbeanmeldung und der Ansiedlung in der Steinstraße überhaupt zugestimmt hat.

Geldkassette statt Registrierkasse

Was aber sagt der Barbershop und wer verbirgt sich dahinter? Die Preise rechnen sich, weil man auf Masse setze, heißt es aus dem Unternehmen. Der Barbershop nehme in den ersten zwei Monaten bewusst ein Minusgeschäft in Kauf, um Kunden zu gewinnen. Das Prinzip habe bislang in anderen Städten auch funktioniert.

Bei den Mitarbeitern handele es sich in der Regel um Flüchtlinge aus Syrien, die in ihrer Heimat den Beruf des Friseurs erlernt haben, oftmals mit Meistertitel, der jedoch in Deutschland nicht anerkannt werde. Es gebe darüber hinaus zwei ausgebildete Meister, die jeweils für 20 Stunden in den Läden stünden und der Handwerkskammer bekannt seien. Alle Mitarbeiter erhalten laut dem Unternehmen Mindestlohn.

Auffallend ist in dem Laden eine Geldkassette, mit der abkassiert wird. Eine Registrierkasse fehlt dagegen. Die Geldkassette solle nur innerhalb der ersten Zeit eingesetzt werden, wenn der 50-prozentige Rabatt gewährt wird, heißt es dazu.

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