NACH DER AUKTION

Neuer Eigentümer gibt Pläne fürs Rempliner Schloss bekannt

Seit Wochen wird in dem Malchiner Ortsteil gerätselt, was wohl aus dem erhalten gebliebenen Nordflügel des einstigen Herzog-Schlosses werden soll.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Die letzte Mieterin ist längst ausgezogen, der erhalten gebliebene Nordflügel des Rempliner Schlosses steht seit längerer Zeit leer. Nach der Versteigerung will der neue Eigentümer dem Herzog-Schloss nun wieder zu altem Glanz verhelfen.
Die letzte Mieterin ist längst ausgezogen, der erhalten gebliebene Nordflügel des Rempliner Schlosses steht seit längerer Zeit leer. Nach der Versteigerung will der neue Eigentümer dem Herzog-Schloss nun wieder zu altem Glanz verhelfen. Torsten Bengelsdorf
Remplin.

Auch zweieinhalb Monate nach der Versteigerung hat ihn in Remplin offenbar noch niemand gesehen und kennengelernt: Das wirft natürlich Fragen bei den Anwohnern auf. Wer ist der neue Schlossherr? Und vor allem: Was hat er mit seinem neuen Besitz vor? Es handele sich um eine Privatperson aus Berlin, hatte die Norddeutsche Grundstücks-Auktionen GmbH nach der aufsehenerregenden Versteigerung im März lediglich mitgeteilt. Und dass dem Eigentümer sein neuer Besitz 18 500 Euro wert war – so viel hatte er bei der Auktion für den erhalten gebliebenen Nordflügel des Schlosses geboten.

Durch Zufall aufs Schloss gestoßen

Doch wer ist nun der große Unbekannte? Remplins neuer Schlossherr heißt Edmond Leupold und führt eine Immobilien-Verwaltungsgesellschaft in Berlin, die sich unter anderem mit Pflege-Wohngemeinschaften beschäftigt. Er sei eher durch Zufall auf das Rempliner Schloss gestoßen, erklärte Leupold nun gegenüber dem Nordkurier.

Schon im Sommer wolle er mit einer Grundsicherung des Gebäudes beginnen. Vor allem müsse das Dach dichtgemacht werden, damit kein Regenwasser mehr eindringen kann. Aber auch Fenster, Türen und die Fassade sollen recht bald erneuert werden. Dann werde er sich dem Inneren widmen. Doch müsse er sich noch mit einem Architekten verständigen. „Grundsätzlich sollen hier Wohnungen entstehen, vielleicht Seniorenwohnungen für ältere Herrschaften“, sagte der Unternehmer. Auch ein kleines Café könne er sich in dem ehemaligen Herzog-Schloss vorstellen. Dies seien aber alles nur erste spontane Ideen. Eher skeptisch steht Leupold den Überlegungen der Malchiner Stadtverwaltung gegenüber, die Rempliner Kita in das Schlossgebäude mit aufzunehmen.

Mehr als 400 Jahre im Besitz der von Hahns

Mit drei bis vier Jahren rechnet der Unternehmer, bis alles fertig ist, er sei nun auch dabei, nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Edmond Leupold hat seine Vorstellungen vor einigen Tagen auch Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU) erläutert. Die Stadt hat wegen ihres ehrgeizigen Dorfentwicklungskonzeptes ein großes Interesse daran, dass das Schloss endlich einen Teil seines ursprünglichen Glanzes zurückbekommt. Immerhin prägt der Schlossteil das Bild des Rempliner Ortskerns. In dem Schloss residierte mehr als 400 Jahre das Geschlecht derer von Hahn. 1852 gelangte das Anwesen in den Besitz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Im April 1940 ging der größte Teil der Schlossanlage in Flammen auf. Die Umstände des Feuers sind bis heute rätselhaft. Vermutet wird Brandstiftung, doch Beweise dafür gibt es keine. Nach dem Krieg bezogen Flüchtlinge den vom Feuer verschonten Nordflügel, später befand sich hier unter anderem eine Kantine. Instandhaltungsarbeiten blieben im Laufe der Jahre aus.

Nachdem das Gebäude nach der Wende wieder in den Besitz der herzoglichen Familie gelangte, änderte sich das Bild nicht, obwohl viele Rempliner doch dachten, dass der Herzog nun investieren würde.

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Kommentare (1)

nur ein jämmerlicher Rest. Von dem riesigen Gebäude ist ein Flügel übrig geblieben. Mehr nicht!