FAMILIEN-URLAUB BEI MALCHIN

Neuer Ferienland-Chef wird gleich zum Krisen-Manager

Dirk Höft hatte sich seine ersten Monate im Ferienland Salem gewiss anders vorgestellt. Die größte Urlaubs-Herberge der Region erwacht jetzt erst langsam wieder aus der Zwangspause.
Dirk Höft will als neuer Direktor das Salemer Ferienland weiter in Richtung eines Hotelbetriebes öffnen. Nach der wo
Dirk Höft will als neuer Direktor das Salemer Ferienland weiter in Richtung eines Hotelbetriebes öffnen. Nach der wochenlangen Zwangspause kehren nun allmählich die ersten Gäste in das Ferienland zurück. Torsten Bengelsdorf
Salem.

Die ersten Gäste sind nun wieder da. Ganz wenige nur, dabei wäre ab dieser Woche eigentlich Hochbetrieb gewesen im Ferienland am Hang der auslaufenden Mecklenburgischen Schweiz. 1000 Übernachtungen hatte die Norddeutsche Orchesterakademie von Mitte Juni bis Anfang Juli in Salem angemeldet. Doch das war vor Corona. Ob Veranstaltungen oder Übernachtungen – seit Mitte März hat eine Stornierungswelle den Betrieb in der größten Beherbergungseinrichtung der Region komplett lahm gelegt. Die Mitarbeiter sind immer noch in Kurzarbeit. „Wenn wir nicht die Hilfen der Diözesanverbände Münster und Hamburg hätten, dann wären wir wohl jetzt weg vom Markt“, schätzt Dirk Höft ein. Der 57-Jährige ist erst seit sechseinhalb Monaten der neue Chef des Ferienlandes in Trägerschaft der beiden Kolpingwerk-Diözesanverbände. Hausleiter hieß diese Stelle früher. „Direktor“ steht jetzt auf dem Namensschild von Dirk Höft, was ihm auch wichtig ist, weil er seine eigenen Vorstellungen beim Betrieb der Ferienstätte einbringen will. Salem.

Stärkere Annäherung an einen Hotelbetrieb

Der Hotelier hatte vor gut 20 Jahren seine erste Direktorenstelle in der Kettenhotellerie bei Radisson übernommen. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten der Hansedom Stralsund und zuletzt die Neueröffnung des Wismarer Werftenhotels der Genting Group. Und nun Salem am Kummerower See? So recht passt Höft gar nicht ins Muster, das man eigentlich bei einer Führungsposition des katholischen Kolpingwerks erwartet. Er gehört keiner Konfession an, spielt auch keine Musikinstrumente, was man eigentlich bei Kolping erwarten würde, wie der Hotelier berichtet.

Dass die Wahl bei der Suche nach einem neuen Leiter auf ihn fiel, ist gewiss auch ein Zeichen dafür, dass sich die Ferienstätte stärker einem Hotelbetrieb annähert und sich auch zunehmend Buchungssystemen öffnet. Die Ferienstätte war im Jahr 1998 zu allererst für Kolping-Familien eröffnet worden. „Wir wollen aber jetzt den Hotelgedanken stärker verfolgen, familienfreundlich aber natürlich trotzdem bleiben“, sagt Dirk Höft.

Große Pläne, wie es mit dem Haus weiter gehen soll

Zwölf der 116 Zimmer sind bereits von einer eher spartanischen Ausstattung auf Hotelstandard umgebaut worden, 40 weitere sollen jetzt folgen. Außerdem sollen die Bäder in den Zimmern modernisiert werden. 1,7 Millionen Euro sind für diese Investitionen eingeplant. Trotz der wochenlangen Zwangspause will das Ferienland an diesem Vorhaben festhalten. Reisebus-Gesellschaften etwa würden Wert auf diesen Standard legen.

Ab Juli erwartet das Salemer Ferienland wieder deutlich mehr Buchungen. Die Gaststätte, die derzeit nur am Wochenende geöffnet hat, soll dann wieder täglich auf haben.

Noch etwas länger dürfte es dauern, bis auch wieder größere Veranstaltungen wie etwa Tagungen in Salem Einzug halten. Dass es sie aber wieder geben wird, davon ist Dirk Höft überzeugt. Sogar Jugendweihen kann sich der neue Chef in dem Haus vorstellen, einer seiner Vorgänger war mit dieser Idee vor einigen Jahren noch gescheitert. Doch Höft ist überzeugt: „Wenn ich dieses Objekt nach vorn bringen will, dann muss ich es auch weiter öffnen.“

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