EINWOHNER-ANTRAG

Neukalen soll Klima-Notstand ausrufen

Das Europaparlament hat den Klima- und Umweltnotstand ausgerufen. Die kleine Peenestadt Neukalen soll im Dezember folgen. Dafür liegt jetzt ein Einwohnerantrag vor.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Idyllisch gelegen in der Mecklenburgischen Schweiz soll ausgerechnet die kleinste Stadt der Region jetzt den Klima-Notstand au
Idyllisch gelegen in der Mecklenburgischen Schweiz soll ausgerechnet die kleinste Stadt der Region jetzt den Klima-Notstand ausrufen. Carsten Büttner
Land unter herrscht immer mal wieder an den Neukalener Bootsschuppen, wenn es die Peene nicht mehr in ihrem Flussbett häl
Land unter herrscht immer mal wieder an den Neukalener Bootsschuppen, wenn es die Peene nicht mehr in ihrem Flussbett hält. Ist die Überschwemmung nur ein normales Winter- oder Frühjahrs-Hochwasser oder hat sie schon was mit dem Klimawandel zu tun? Torsten Bengelsdorf
Neukalen.

Ludwigslust, Rostock und Greifswald haben ihn schon ausgerufen, das Europaparlament verabschiedete am Donnerstag eine entsprechende Resolution gleich für den gesamten Kontinent – folgt als nächstes die Peenestadt Neukalen, die den Klima-Notstand ausruft? Ein Einwohnerantrag mit etwa 100 Unterschriften ist dazu jetzt bei der Stadt eingegangen, berichtete Bürgermeister Willi Voß (CDU) am Donnerstag. Er wolle den Antrag nun doch möglichst noch im Dezember in der Stadtvertretersitzung behandeln und darüber abstimmen lassen.

Die Stadt solle sich aktiv für den Klimaschutz einsetzen und ihren Beitrag leisten, um die Folgen des Klimawandels so gering wie möglich ausfallen zu lassen, heißt es in dem vom Projekthof Karnitz initiierten Antrag. „Die Sorge um unsere Enkel treibt uns um. Andererseits treibt uns um, dass wir als Neukalener sehr wohl unseren Beitrag leisten können, um unseren Enkeln ähnliche Lebensmöglichkeiten zu schaffen, wie wir Ältere sie hatten und haben. Natürlich nicht wir allein. Aber wir als Vorbild vielleicht. Oder als Ansporn“, schreiben die Antragsteller.

In Neukalen geht nun allerdings die Sorge um, dass ein Klima-Notstand – wenn er auch nur symbolisch gemeint ist – den Tourismus-Bemühungen der Kleinstadt einen Dämpfer verpassen könnte. Wie würde ein solcher Notstand wohl auf die Familien wirken, die jedes Jahr aus ganz Deutschland im Neukalener Peenecamp ihre Zelte aufschlagen oder Wohnwagen aufstellen, ist da zu hören. Außerdem haben die Neukalener bereits Erfahrungen mit Klimaschutz – mit renaturierten Wiesen in der Umgebung beispielsweise. Und das sind nicht die besten Erfahrungen. Gegen das Aufstellen von Windrädern vor den Toren der Stadt hatte sich zudem eine Bürger-Initiative erfolgreich gewehrt.

Doch es gibt eben auch andere Meinungen in der Stadt. Sigrid Schimmel stört zum Beispiel, dass an der Hauptstraße durch Neukalen in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Straßenbau immer mehr Bäume abgeholzt wurden. „Dort, wo dann am Sportplatz neue gepflanzt wurden, ist die Stadt eigentlich schon zu Ende“, sagt Frau Schimmel und unterstützt den Antrag zum Neukalener Klima-Notstand.

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