LAUFEN GEGEN CORONA

Neukalener rufen zu einer Lauf-Challenge auf

Für die Vereine ist es gerade schwierig, sich am Leben zu halten. Neukalener Sportler wollen andere Vereine trotzdem herausfordern.
Das TuS Neukalen Fanprojekt ruft zur Lauf-Challenge im Februar auf. Davon ist auch Jens Kaczorak, Trainer der 1. Fußball
Das TuS Neukalen Fanprojekt ruft zur Lauf-Challenge im Februar auf. Davon ist auch Jens Kaczorak, Trainer der 1. Fußballmannschaft des TuS Neukalen, begeistert und unterstützt das mit seinem Intersport Carre Sportgeschäft Rostock. Schließlich brauchen Vereine Aktionen, um sich am Leben zu halten. Kirsten Gehrke
Neukalen ·

Wer ab Februar in Neukalen (Mecklenburgische Seenplatte) vermehrt Menschen joggen sieht, muss sich nicht wundern. Die wollen nur im Lockdown etwas für ihre Fitness tun und nehmen an einer Lauf-Challenge teil. Vereine haben es im Moment besonders schwierig, ihre Mitglieder bei Laune zu halten. Wegen Corona ist alles zum Erliegen gekommen. „Seit Anfang November sind wir im Lockdown, haben keine Spiele mehr“, sagt Jens Kaczorek, Trainer der ersten Fußball-Mannschaft des Turn- und Sportvereins (TuS). Da müsse er zusehen, wie er seine Leute in Bewegung hält. Zwar hat jeder Spieler einen individuellen Trainingsplan, aber ob jeder den umsetzt, könne er kaum kontrollieren. Also gehe es besser mit Aktionen als Motivation – damit Sportler wenigstens ein bisschen im Wettbewerb stehen können und gleichzeitig von der Pandemie-Couch geholt werden. Schließlich müssen sie am Tag X fit sein, wenn sie wieder auf dem Platz stehen sollen.

Für den Sieg gibt es keine Mega-Preise

So habe sich das TuS Neukalen Fanprojekt gemeinsam mit Intersport Carre Rostock Gedanken gemacht und ruft im Februar zu einer landesweiten Laufchallenge auf. Die Initiatoren Dennis Pfitzner, Sören Fründt, Maximilian Wolff, Dirk Waack und Marc Reinhardt haben schon viele Ideen gehabt, um den Verein zusammenzuhalten. So organisiert das Fanprojekt Weihnachtsmärkte, Neujahrsturniere, Benefizaktionen. „Die sind sehr aktiv“, sagt Kaczorak. Das Wohl des Vereins sei ihnen wichtig. Nun also wollen sie Menschen zum Laufen bewegen. Für den Sieg gibt es keine Mega-Preise. Darum gehe es auch gar nicht. Die Aktion soll Gemeinschaftsgefühl auslösen, dass man wieder Kontakt zu anderen bekomme. Die derzeitige Situation sei nicht nur wirtschaftlich eine große Belastung für die gesamte Gesellschaft. „Auch im gesellschaftlichen Bereich, ob Kultur oder Sport, ist es schwierig, positive Momente zu gestalten. Aber genau diese Bereiche sind es, um die wir als Gesellschaft kämpfen müssen“, meint der Neukalener. „Im Moment können wir uns auf dem Platz nicht battlen.“ Also müsse es anders gehen.

Eigentlich dachte TuS, sich mit ein oder zwei Mannschaften zu messen, die Bock auf eine Herausforderung haben. Doch dann haben sich innerhalb weniger Stunden 15 Teams aus ganz Mecklenburg-Vorpommern auf den Aufruf gemeldet. Es hätten noch weitaus mehr sein können, so viele Anfragen hatten die Neukalener. Doch mehr als 15 könnten nicht koordiniert werden. Mit Hilfe einer Running-App werde aufgezeichnet, wer wo gelaufen ist und wieviel Kilometer in welcher Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit zurückgelegt wurden. Wöchentlich sollen die Ergebnisse der Teams ausgewertet werden. Die Endabrechnung laufe über die sozialen Medien. „Wir wollen alle Leute motivieren, nicht nur Fußballer“, sagt Jens Kaczorak. Viele seien derzeit mental angeschlagen. Beim Laufen bekomme man den Kopf frei. Es sei wichtig, fit zu bleiben.

Neukalen als Lauf-Eldorado

Bevor die Challenge am 1. Februar startet, haben die Mitglieder des TuS im Januar die App getestet. Nun wollen 48 Läufer aus Neukalen mitmachen, 18 aus der Frauengruppe, 10 aus der 1. sowie 14 aus der 2. Fußball-Männermannschaft und 6, die bei Intersport Carre arbeiten. Die ziehen wiederum andere mit, so laufen in der Frauengruppe auch Söhne mit. Ihre Battle-Gegner kommen vom Gnoiener SV, Kickers JuS, aus Anklam, Feldberg, Sternberg bis Rostock und sogar Lüneburg in Niedersachsen.

Neukalen sei ein Lauf-Eldorado, meint Jens Kaczorak. Hier gebe es viele schöne Strecken – durch den Park über die Ziegelei in den Wald oder in Richtung Salem, Schlakendorf, Warsow. Auch in der Stadt lasse es sich gut laufen. Wer sich ein Ziel setzt, könne den inneren Schweinehund gut überwinden.

 

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