BETRIEBSVERSAMMLUNG VON UNILEVER

Noch keine akute Gefahr für Pfanni Stavenhagen

In der Betriebsversammlung von Unilever Deutschland gab es noch keine konkreten Aussagen zur Zukunft von Pfanni Stavenhagen. Bei der Gewerkschaft NGG gibt man aber noch lange keine Entwarnung.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Im Stavenhagener Werk sollen unter anderem die Lohnkosten auf den Prüfstand. Die Gewerkschaft NGG will gegebenfalls gegen Einschnitte für die Beschäftigten kämpfen.
Im Stavenhagener Werk sollen unter anderem die Lohnkosten auf den Prüfstand. Die Gewerkschaft NGG will gegebenfalls gegen Einschnitte für die Beschäftigten kämpfen. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Die Geschäftsführung von Unilever Deutschland, Österreich und Schweiz hat am Dienstagnachmittag in Hamburg über Sparpläne informiert. Für das Pfanni-Werk in Stavenhagen, das Teil des Konzerns ist, gibt es nach Aussage von Christiane Walter von der Gewerkschaft NGG MV (Nahrung, Genuss, Gaststätten) derzeit keine akute Gefahr. Über eine geplante Werksschließung oder einen Arbeitsplatzabbau habe die Geschäftsführung in der Betriebsversammlung nichts Konkretes gesagt. Vier Werke der Lebensmittelbranche, darunter Pfanni, würden aber auf Herz und Nieren geprüft, betonte sie. Man wolle schauen, ob mit diesen Werken die Umsatzziele erreicht werden könnten.

„In der Versammlung ging es im ersten Schritt darum, dass wir mit einbezogen werden“, sagte Christiane Walter. Nun müsse man die Untersuchungen in den vier Betrieben abwarten. „Wenn Tatsachen vorliegen, dann werden wir schauen, ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, um für die Arbeitsplätze in Stavenhagen zu kämpfen“, betonte sie.

Verlust von 1000 Arbeitsplätzen befürchtet

Der Konzernbetriebsratschef von Unilever Deutschland, Hermann Soggeberg, hatte vorab gewarnt, dass es auch um eine Schließung von Pfanni Stavenhagen und anderen Standorten gehen könnte. Er sprach von Einschnitten, wie es sie in der Geschichte von Unilever noch nie gab. Und tatsächlich sei in der Betriebsversammlung über die Prüfung der Lohnkosten in allen Werken und die geplante Kündigung des Sozialkatalogs für die Beschäftigten gesprochen worden, teilte Christiane Walter weiter mit. Außerdem sei es um die Kündigung des Standortsicherungstarifvertrags in Heilbronn, einen möglichen Verkauf des Margarine-Geschäfts und um Sparmaßnahmen in Mannheim und Auerbach gegangen.

Betriebsräte und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatten im Vorfeld der Betriebsversammlungen die Befürchtung geäußert, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) bis zu 1000 Unilever-Arbeitsplätze verloren gehen könnten - durch Standortschließungen, Verkäufe und Auslagerung. Das Unternehmen hatte das als "reine Spekulation" bezeichnet. Produktion und Logistik würden auf den Prüfstand gestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

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