BÜCHER, MEDIEN, ZEITSCHRIFTEN

Nutzung der Bibliothek in Stavenhagen wird deutlich teurer

Die Stadtbibliothek Stavenhagen punktete über viele Jahre mit geringen Jahresgebühren. Jetzt haben die Stadtvertreter eine happige Steigerung beschlossen.
Leseratten müssen ab dem kommenden Jahr mehr bezahlen, wenn sie sich in der  Stadtbibliothek Stavenhagen etwas ausleihen
Leseratten müssen ab dem kommenden Jahr mehr bezahlen, wenn sie sich in der Stadtbibliothek Stavenhagen etwas ausleihen wollen. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

So günstig waren die Gebühren für die Leseratten sonst nirgendwo mehr. Wer sich Bücher oder Zeitschriften in der Stavenhagener Stadtbibliothek in der Malchiner Straße ausleihen wollte, der konnte das für die Jahresgebühr von gerade einmal 1,02 Euro. Das ist der Normalpreis für Erwachsene. Bürger mit Ermäßigungen oder Kinder zahlten nur die Hälfte davon: Genau 51 Cent. Teurer war die Jahresgebühr nur für alle, die auch Hörbücher, CDs und DVDs ausleihen wollten. Sie hatten 5,11  Euro zu zahlen.

Doch so schön es auch sein mag, solche niedrigen Preise für die 553 Leser zu haben, um den Leseanreiz bei Kindern und Jugendlichen zu wecken sowie Erwachsenen kostengünstiges Lesen zu ermöglichen – diese Gebühren sind nicht länger zu halten. Die Stadtverwaltung musste im Rahmen der Haushaltssicherung an diese Preise heran. Die Bibliotheksgebühr steigt auf 15 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder, Schwerbehinderte und Inhaber des Stavenhagen-Passes für Bedürftige. Für eine Familien-Jahreskarte sind 22 Euro zu zahlen. Die Nutzung des Veranstaltungsraums kostet einmalig 50 Euro. Sie war bisher kostenlos.

Errungenschaft aus Jahren des Überflusses

Damit ist nun auch diese übriggebliebene Errungenschaft aus den Jahren des Millionenüberflusses am Ende. Damals gab es noch ein Begrüßungsgeld für Neugeborene, eine Zuzugsprämie, einen Essengeldzuschuss und eben kleinste Preise für Waldbad- und Bibliotheksbesuch. Diese Jahre sind nach der Rückzahlung von mehr als 44 Millionen Euro Gewerbesteuer plus Zinsen ab dem Jahr 2014 vorbei. Die Stadt kämpft mit einem Defizit. Vom günstigen Tageseintritt ins Stavenhagener Waldbad musste sich die Stadt schon 2015 verabschieden. Er stieg von 1,50 für Erwachsene und 50 Cent für Kinder auf jeweils 4 und 2 Euro und soll laut Stadtverwaltung für 2022 erneut angehoben werden.

Für Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos) ist es in der Zeit von städtischen Defiziten und Haushaltssicherung an der Zeit, auch die Bibliotheksgebühren zu erhöhen. Dabei schaute er auf viele Städte in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dabei fiel ihm schnell auf, dass die Stavenhagener Leseratten ein Vielfaches weniger bezahlen, als sie es in anderen Kommunen tun müssten. Es wurde eine Neukalkulation in Auftrag gegeben.

Zwar schoss der Preis für Erwachsene rund 1300 Prozent und für Kinder um rund 1000 Prozent in die Höhe. Doch für den Bürgermeister ist das bei dem Vergleich mit den anderen Städten, die ihre Gebühren schon lange auf einem solchen Niveau haben, gerechtfertigt.

Die Stadtvertreter stimmten der neuen Gebühr auch zu. Sie wird ab dem neuen Jahr gelten und die alte Gebühr von 1995 ersetzen. Was am Ende dabei herauskommt, ist aber doch eher marginal. Denn die Stadt wird damit gerade einmal 2000 Euro Mehreinnahmen erzielen.

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