WETTER-CHAOS

Obstbauern melden eine katastrophale Ernte

90 Prozent Ernteausfall – so etwas hat es im Obsthof Eschenhörn noch nicht gegeben. Den Kampf gegen die Wetterkapriolen wollen die Obstbauern jetzt auch mit einer neuen Bienenart führen.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Silke Voß Silke Voß
Solch volle Kisten sind auf dem Obsthof von Steffen Schönemeyer in Eschenhörn in diesem Herbst die Ausnahme.
Solch volle Kisten sind auf dem Obsthof von Steffen Schönemeyer in Eschenhörn in diesem Herbst die Ausnahme. Torsten Bengelsdorf
Eschenhörn.

Regen, Wind und Temperaturen unter zehn Grad – was sich wie die herbstlichen Wochenend-Aussichten anhört, das war das Wetter zur Zeit der Apfelblüte im vergangenen Frühjahr. Da war den Bienen und anderen Insekten die Lust auf das Bestäuben der Blüten weitgehend vergangen. Das Ergebnis ist jetzt auf dem Obsthof in Eschenhörn deutlich zu sehen. Mancher Apfelbaum trägt nicht eine einzige Frucht.

Verluste von 90 Prozent

Steffen Schönemeyer, Inhaber des Obsthofes, spricht von einem Ernteausfall von 90 Prozent. „So ein schlechtes Jahr hatten wir noch nie. Wir kommen gerade einmal auf eine Ernte von 16 bis 17 Tonnen. In guten Jahren lagen wir sonst bei 400 bis 480 Tonnen“, sagt Schönemeyer. Bei Süß- und Sauerkirschen wären die Verluste ähnlich hoch.

Im vergangenen Jahr hatte er es noch mit dem vollen Gegenteil zu tun. An den Bäumen hingen so viele Äpfel, dass die Preise in den Keller gingen. Eine langfristige Planung ist für den Betrieb in der Nähe von von Gnoien kaum mehr möglich. „Jedes Jahr muss man um die Existenz bangen.”

Spezielle Bienenart soll helfen

Weil ebenso bei den Kleingärtnern die Äpfel in diesem Jahr zur Rarität geworden sind, läuft auch die Lohnmosterei in Eschenhörn nicht so richtig an. Schon seit einigen Jahren muss der Eschenhörner Betrieb seine drei bis vier Mitarbeiter über die Wintermonate entlassen. Steffen Schönemeyer will künftig auf neue tierische Helfer setzen: Die Mauer-Bienen. Die fliegen zum Bestäuben auch schon bei niedrigeren Temperaturen los. „Wir wollen die Art hier in der Gegend ansiedeln. Vielleicht kommen wir damit ein Stück weiter“, hofft er.

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Kommentare (3)

Meine Apfel und Birnenbäume sind so voll, dass sich die Äste unter der Last biegen. Alles alte Sorten, total Bio und ohne jede zusätzliche Bewässerung. Die Bäume am Feldrand sind genau so voll (nicht das ich den Mist essen würde). Am Wetter scheint es auf jeden Fall nicht zu liegen.

Spritgeld knapp für die SUV'?
Jagd und Kreuzfahrten nicht mehr drin?
Ja,ja so hat jeder sein Päckchen zu tragen!

Der Ertrag unterscheidet sich lokal extrem. Unsere Birnen hängen voll, während kaum Äpfel da sind. 5 km weiter sieht es völlig anders aus. Eine um nur wenige Tage später aufgehende Blüte kann je nach Sorte und Standort enorme Unterschiede ausmachen.
Hihrke sein Kommentar zeigt natürlich wieder seine geballte Weisheit in allen Lebenslagen.