SOLAR-STRAßENLATERNEN

Österreicher schalten sich in Malchiner Lampen-Posse ein

Die Versager-Lampen aus dem Malchiner Ortsteil Scharpzow werfen kein gutes Licht auf die Solar-Branche. Die Stadt hat deshalb Hilfsangebote bekommen.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Innovativ, aber wenig erhellend: Die Solar-Lampen in Scharpzow haben die Einwohner gerade den dritten Winter in Folge im Dunkeln gelassen.
Innovativ, aber wenig erhellend: Die Solar-Lampen in Scharpzow haben die Einwohner gerade den dritten Winter in Folge im Dunkeln gelassen. Torsten Bengelsdorf
Großes Sonnenmodul, kleine Lampe – die Straßenfunzeln von Scharpzow.
Großes Sonnenmodul, kleine Lampe – die Straßenfunzeln von Scharpzow. Eckhard Kruse
In solch einem Kasten sind die Solar-Batterien versteckt.
In solch einem Kasten sind die Solar-Batterien versteckt. Torsten Bengelsdorf
Scharpzow.

Bei der Scharpzower Schummer-Straßenbeleuchtung wird nun auch international nach einer Lösung gesucht. Den dritten Winter in Folge hatten sich die Bewohner des Malchiner Ortsteiles über das spärliche Licht der Solar-Straßenlampen geärgert. Nun ist einer der 31 Akkus von den Straßenlampen ausgebaut und zu einer Firma in Österreich geschickt worden, die die Solar-Batterie begutachten soll.

„Dieses Unternehmen ist Marktführer im Bereich Akkutechnologie und hat seine Unterstützung zur Verbesserung der Funktionstüchtigkeit der Straßenbeleuchtung angeboten“, teilte Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU) in seinem Bericht an die Stadtvertreter mit, die Mittwochabend zu ihrer letzten Sitzung vor der Wahl in Duckow zusammengekommen waren. Die Österreicher waren durch die zahlreichen Medienberichte – unter anderem auf www.nordkurier.de – auf die Scharpzower Versager-Lampen aufmerksam geworden. Die Firma vermute, dass die Akkus das Problem sind, so Axel Müller. Möglicherweise würden sie im Winter bei Minusgraden gar nicht geladen.

Liegt das Problem wirklich bei den Akkus?

Eine Erkenntnis, die in Scharpzow niemanden wirklich überraschen würde. Dass die Batterien nicht frosttauglich sind, das habe man sich schon gedacht, wie der Scharpzower Reinhard Zimdars berichtet. „Mit Batterien wird man hier aber ohnehnin kein Glück haben.“ Zimdars plädiert weiterhin dafür, die Straßenlampen wieder ans Stromnetz anzuschließen. „Zumindest dann, wenn die Batterien leer sind, sollte Netzstrom dazu kommen.“

Eigentlich sollten alle 31 Akkus bereits durch leistungsstärkere Batterien ausgetauscht werden. „Wir wollen aber erst einmal hundertprozentig sicher sein, dass es wirklich an den Akkus liegt“, erklärte Bürgermeister Müller. Die Firma aus Österreich biete ihre Hilfe kostenfrei an. Wie Müller berichtete, hat die Stadt mehrere Hilfsangebote bekommen. Im Solar-Sektor macht man sich offenbar zunehmend Sorgen, dass solche Vorkommnisse wie die Scharpzower Lampen-Posse kein gutes Licht auf die gesamte Branche werfen könnten.

Einwohner ärgern sich über Straßenleuchten

Da es abends nun wieder länger hell ist, hat sich die Aufregung über die Straßenfunzeln in Scharpzow ein wenig gelegt. Mancher wundere sich allerdings, dass das Straßenlicht morgens um 2  Uhr noch einmal so richtig aufdreht. „Aber das liegt wohl an der Einstellung“, vermutet Reinhard Zimdars. Vor dem nächsten Winter müsse nun endlich eine erhellende Lösung gefunden werden, heißt es in dem Dorf.

Scharpzow hatte mit Förderung des Landes-Energieministeriums vor fast drei Jahren eine besonders innovative Solar-Straßenbeleuchtung bekommen, über die sich die Einwohner seitdem fast nur noch ärgern. Das Licht ist äußerst schwach und viele Akkus geben nach einigen Stunden bereits den Geist auf. Anderenorts sollen sich die Solar-Lampen besser bewähren. Anders als in Scharpzow sind die Straßenlampen dort aber auch nicht von so vielen Bäumen umgeben, die im Laufe des Tages nur kurzzeitig direktes Sonnenlicht zu den Solar-Akkus durchlassen.

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