„BIG APPLE” IN JÜRGENSTORF

Oldtimerfans wollen Disco-Ruine abreißen

Der Oldtimerclub Jürgenstorf will sein Zweiradmuseum um eine Freiluft-Ausstellung erweitern. Doch dafür muss erst ein dicker Brocken aus dem Weg geräumt werden.
Die letzte Party-Nacht im „Big Apple” in Jürgenstorf ist schon viele Jahre her. Seitdem verfällt das Gebäude.
Die letzte Party-Nacht im „Big Apple” in Jürgenstorf ist schon viele Jahre her. Seitdem verfällt das Gebäude. Eckhard Kruse
Jörg Steingraf (links) und Bürgermeister Norbert Köhler suchen gemeinsam nach einem Weg, das einstige Clubcentrum abzureißen.
Jörg Steingraf (links) und Bürgermeister Norbert Köhler suchen gemeinsam nach einem Weg, das einstige Clubcentrum abzureißen. Eckhard Kruse
Eine Agrarmaschine vom Typ Z-37 wie diese könnte auch bald am Zweiradmuseum in Jürgenstorf zu sehen sein.
Eine Agrarmaschine vom Typ Z-37 wie diese könnte auch bald am Zweiradmuseum in Jürgenstorf zu sehen sein. Bernd Wüstneck
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) outete sich bei einem Besuch im Zweirad-Museum als Oldtimer-Fan. Nun hoffen die Jürgenstorfer auf seine Hilfe bei ihren Erweiterungsplänen.
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) outete sich bei einem Besuch im Zweirad-Museum als Oldtimer-Fan. Nun hoffen die Jürgenstorfer auf seine Hilfe bei ihren Erweiterungsplänen. Eckhard Kruse
Jürgenstorf.

Der Agrarflieger Z-37 steht schon bereit. Er wartet in Trollenhagen darauf, endlich in Jürgenstorf auf dem Gelände des Zweiradmuseums platziert zu werden. Denn er soll ein Ausstellungsstück auf der neuen Freifläche gleich neben dem Eldorado der DDR-Zweiradtechnik werden. Das Flugzeug soll von Museumsbesuchern bestaunt werden. Und es soll auch als Kulisse herhalten, wenn die Oldtimerfans zu Ausfahrten von Zweirad- oder Traktoren-Treffen einladen.

Doch der Weg zum neuen „Landeplatz“ und zur Museumsaußenfläche ist im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Der Vereinsvorsitzende Jörg Steingraf und Bürgermeister Norbert Köhler (CDU) stehen vor dem ehemaligen Clubcentrum des VEG (Volkseigenes Gut) Jürgenstorf, das vielen auch als Nachwende-Disco „Big Apple“ ein Begriff ist. Das „CC“ und die Diskothek sind lange geschlossen. Das Gebäude verfällt immer weiter. Fenster sind zerschlagen, ein Dach ist eingestürzt, Bäume und Unkraut wuchern auf dem Gelände und im ehemaligen Saal, der früher auch für Kinoveranstaltungen genutzt wurde. Die Gaststätte und die Bar von einst präsentieren sich mit gähnender Leere und bröckelndem Putz.

Abriss würde eine Viertelmillion kosten

Steingraf und Köhler wollen nur eines – den Abriss des Schandflecks. Der Oldtimerclub will eine Außenfläche von stattlichen 4600 Quadratmetern gewinnen. Die Gemeinde möchte nach Jahren des Wartens diese Ruine aus dem Dorfbild tilgen. Deswegen ziehen Verein und Gemeinde an einem Strang. Der Verein schaffte es über viele Recherchen, das CC von einem aufgelösten zyprischen Unternehmen zu erwerben. Bei der Gemeinde freute man sich, dass endlich eine Lösung näher rückt.

Doch nun stehen Steingraf und Köhler vor neuen Problemen. „Der Abriss wird etwa 250.000 Euro kosten“, sagte Jörg Steingraf. Soviel Geld habe der Verein aber nicht. Deswegen hoffen die Jürgenstorfer noch auf Förderung über den Strategiefonds der Landesregierung – auch wenn der Antrag schon im vergangenen Jahr gestellt worden ist und sie vom Landwirtschaftsministerium bisher noch keine Antwort haben. Sollte das nichts werden, will Bürgermeister Köhler es trotz eines zuvor gescheiterten Anlaufs noch einmal über die Tourismusförderung versuchen.

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