MECKLENBURGISCHE SCHWEIZ

Ordnungsamt kontrolliert alle Nebenwohnungen

Wer sich in der Corona-Krise jetzt immer noch unerlaubt in Mecklenburg-Vorpommern aufhält, riskiert eine Strafanzeige. Eine Woche vor dem Osterfest erhöhen die Behörden den Kontrolldruck.
Nicht alle Ferienwohnungen in der Region sind derzeit komplett leer. Die letzten Bewohner müssen aber ganz genau nachweis
Nicht alle Ferienwohnungen in der Region sind derzeit komplett leer. Die letzten Bewohner müssen aber ganz genau nachweisen, warum sie noch nicht abgereist sind. Sonst droht eine Strafanzeige. Jens Büttner
Dargun.

Wenn es an den Haustüren von Zweit- und Ferienwohnungen klingelt, dann ist das jetzt immer öfter das Ordnungsamt. Seit ein paar Tagen ziehen die Mitarbeiter durch die Städte und Dörfer der Mecklenburgischen Schweiz, um zu prüfen, ob sich hier vielleicht noch jemand unerlaubt aufhält.

Rund 200 Personen

„Zum Glück mussten wir bisher noch niemanden nach Hause schicken“, sagt der Stavenhagener Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos). Er weiß, dass es für die Mitarbeiter im Ordnungsamt keine angenehme Aufgabe ist. Doch vom Landkreis Seenplatte habe die Verwaltung die Auflage bekommen, sämtliche Zweitwohnsitze bis zum Osterfest zu kontrollieren. Und die Bürger hätten in der Regel auch Verständnis dafür.

Im Amtsbereich und in der Stadt Stavenhagen gibt es laut Stefan Guzu etwa 200 Personen, die mit einem Zweitwohnsitz gemeldet sind. Hier schauen seine Mitarbeiter jetzt zu zweit oder zu dritt nach. Sie würden an den Haustüren klingeln. Wenn sie dann jemanden in der Nebenwohnung antreffen, müsse der einen Grund für seinen Aufenthalt nennen. Bleiben dürfe wegen der Coronakrise nur, wer in der Region auch arbeitet oder sich zum Beispiel dringend um seine pflegebedürftigen Eltern kümmern muss. „Es sind immer Einzelfallentscheidungen“, erklärt Guzu. Wenn dann ein Auto in der Garage steht, aber trotzdem niemand die Tür öffnet, ist auch schon mal Ermittlungsarbeit etwa durch Nachfragen bei den Nachbarn erforderlich.

Die Stadt Teterow hat eine andere Regelung gefunden. Das Rathaus hat aus der Meldestelle eine Liste mit allen Nebenwohnungen an die Polizei übergeben, die nun etwa kontrolliert, ob vor diesen Adressen Autos mit fremden Kennzeichen stehen. Dann werde geprüft, ob sich hier noch jemand zu Unrecht in MV aufhält.

Die Stadt setzt ihren Schwerpunkt derweil auf die Kontrolle von Ferienwohnungen und hat deren Besitzer darauf hingewiesen, dass die Übernachtungsgäste, die hier ihren Arbeitsplatz haben, auch eine Bescheinigung dafür vorlegen müssten. Bisher seien hier noch keine Verstöße festgestellt worden, hieß es am Mittwoch aus dem Rathaus.

Ein altes Kennzeichen am Auto behalten

Kontrollen führen auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Dargun zu Zweitwohnsitzen durch. Doch in der Ferienhaussiedlung nahe des Klostersees habe vor den Häusern nur in einem Fall ein Auto mit fremdem Kennzeichen gestanden. „Wir sprechen die Leute dann freundlich an“, sagt Amtsleiterin Roswitha Trost. In diesem Fall sei festgestellt worden, dass der Bewohner seinen Hauptwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern und nur sein altes Kennzeichen am Auto behalten habe. „Wir haben keine weiteren Verstöße hier festgestellt“, so Trost. Da die Ferienhäuser keine Garagen haben, würden Fremde sofort auffallen. Die meisten Häuser seien jedoch verlassen, oder es stünden Autos mit DM- oder MSE-Kennzeichen davor. Vor dem Gutshaus in Altbauhof parkten gar keine fremden Autos und die Pension am Bahnhof sei geschlossen. Die meisten Leute seien einsichtig. Wenn nicht, dann müsste die Behörde jetzt Strafanzeige stellen. „Wer den Knall jetzt noch nicht gehört hat, der hat auch eine Strafanzeige verdient“, meint Trost.

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