KRIMINALITÄT IN DER SEENPLATTE

Pastor betet nach dem Einbruch für Einbrecher

In der Kirchengemeinde Stavenhagen hat man nach dem Einbruch in das Pfarrhaus viel Ärger. Trotzdem entschied man sich für einen ungewöhnlichen Schritt.
Pastor Kristian Herrmann war einigermaßen geschockt, dass trotz seiner Anwesenheit im Pfarrhaus (oben) eingebrochen wurd
Pastor Kristian Herrmann war einigermaßen geschockt, dass trotz seiner Anwesenheit im Pfarrhaus (oben) eingebrochen wurde (unten). Die Täter stahlen u.a. Geld aus dem Stahlschrank. Fotos: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Einbruch Pfarrhaus Stavenhagen Bei der Kirche 2 Pastor Kristian Herrmann
Das hübsch sanierte Pfarrhaus Bei der Kirche 2. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Pastor Kristian Herrmann war einigermaßen geschockt, dass trotz seiner Anwesenheit im Pfarrhaus eingebrochen wurde. Die
Pastor Kristian Herrmann war einigermaßen geschockt, dass trotz seiner Anwesenheit im Pfarrhaus eingebrochen wurde. Die Täter stahlen u.a. Geld aus dem Stahlschrank. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Das hübsch sanierte Pfarrhaus Bei der Kirche 2. Foto: Eckhard Kruse
Das hübsch sanierte Pfarrhaus Bei der Kirche 2. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse
An dieser Stelle hebelten die Einbrecher das Fenster auf. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Pastor Kristian Herrmann und die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Heidelore Köhler, sind noch immer geschockt. Beide hätten nicht gedacht, dass jemand in das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde Bei der Kirche 2 einbricht und den Stahlschrank plündert. Schließlich wohnt der Pastor seit gut einem Monat in den Räumen, so dass das Haus – anders als bei den Einbrüchen in Schloen, Malchin und Gnoien – nicht menschenleer war.

In der Nacht zum Mittwoch passierte es dann doch. Unbekannte brachen von der Straßenseite ein Fenster zum Gemeindebüro auf, erzählte Heidelore Köhler. Die Gefahr, beobachtet zu werden, nahmen sie offenbar in Kauf. Kristian Herrmann entdeckte am Morgen nach dem Zeitungsholen, dass die Schränke offen stehen. „Ich habe zuerst gedacht, dass unsere Gemeindesekretärin trotz Urlaubs kurz im Büro ist“, beschrieb er. Doch dann sah er die ausgehebelte Tür zum kleinen Nebenraum. Darin habe der Stahlschrank und das Sicherheitsfach offen gestanden. Und erst danach bemerkte er auch, dass das Fenster des Gemeindebüros ein wenig aufstand. Er rief die Polizei.

Täter klauten Bargeld und zwei Kassen

Im Nachhinein ist Kristian Herrmann ziemlich mulmig zumute. Wenn er darüber nachdenkt, dass er oben im Pfarrhaus schlief und unten jemand das Gemeindebüro durchwühlte, sei das nicht gerade ein angenehmes Gefühl. Er bedauerte, dass die unbekannten Täter die Kollekte und Spendengelder, die gerade für die gemeindliche Arbeit, für Feste, für Bläser oder für die Kinder- und Jugendarbeit – eben für das Sozialwesen der Gemeinde – eingesetzt werden sollte, entwendeten und die Täter keine Rücksicht, sondern nur ihren Vorteil kannten.

„Trotzdem habe ich am Mittwoch für die Täter gebetet“, sagte Kristian Herrmann. So tat es auch Heidelore Köhler. Doch sie bekannte, dass ihr das bei allem Ärger auf die Einbrecher nicht leicht gefallen ist. Beide entschuldigten sich aber auch. „Wir sind der Verantwortung für die Gelder, die uns übertragen wurden, nicht gerecht geworden“, sagte der Pastor.

Die Täter entwendeten rund 500 Euro Bargeld, dazu eine Chorkasse mit einer noch unbekannten Summe, dazu eine Kassette mit Papieren. Darin waren auch die Papiere für einen Anhänger und eine Geldkarte enthalten. Die Karte ließ Heidelore Köhler sperren, die Fahrzeugpapiere müssen umständlich wiederbeschafft werden. Der Glaser sicherte erst einmal das Fenster. Alles zusammen gerechnet beträgt der Schaden vielleicht 2500 Euro.

Gibt es einen Zusammenbruch mit anderen Delikten?

Der Einbruch ist für die Kirchengemeinde auch noch aus einem anderen Grund ärgerlich. „In der nächsten Woche wollten wir mit dem Kirchgemeinderat über das Thema Sicherheit sprechen“, sagte Heidelore Köhler. Möglicherweise hätte man dann schon Änderungen beschlossen. Doch die Täter waren leider schneller. Das Gespräch werde es natürlich trotzdem geben und man werde sicherlich gemeinsam andere Wege finden, Gelder sicher zu verwahren.

Ob es einen Zusammenhang mit den Einbrüchen in die Pfarrhäuser in Schloen, Malchin, Krien, Kummerow, Gnoien und in das unbewohnte Pfarrhaus sowie die Kita in Mölln in der selben Nacht gibt, konnte Polizeisprecherin Kathrin Jähner noch nicht sagen. Die vom Kriminaldauerdienst gesicherten Spuren müssten erst ausgewertet werden. Im Möllner Pfarrhaus fanden die Täter kein Geld. Es gab nur Sachschaden.

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