Ganz so friedlich, wie es die Friedenstauben verheißen, geht es derzeit im Teterower Rathaus offbar nicht zu.
Ganz so friedlich, wie es die Friedenstauben verheißen, geht es derzeit im Teterower Rathaus offbar nicht zu. Thomas Koch
Rücktritt

Personalrat im Rathaus Teterow schmeißt hin

Auch nach dem Bürgerentscheid zur Abberufung vom Rathauschef kommt das Teterower Rathaus nicht zur Ruhe. Jetzt haben die Mitglieder des Personalrates ihr Amt niedergelegt.
Teterow

Die Nachricht machte jetzt auf den Fluren des Teterower Rathauses ganz schnell die Runde und sorgte in den Büros für reichlich Gesprächsstoff. Alle Mitglieder des Personalrates der Stadtverwaltung haben vor wenigen Tagen ihren Rücktritt erklärt. Schon zwei Wochen zuvor hatte die Vorsitzende des Gremiums ihre Aufgabe niedergelegt. Was den Personalrat zu diesem Schritt bewogen hat, darüber hüllte man sich am Montag im Rathaus weitestgehend in Schweigen. Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) teilte in zwei Sätzen mit, dass der Personalrat bis zur Konstituierung einer neuen Mitarbeitervertretung im Amt bleibe und die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit weiterhin auf der Basis des Personalvertretungsgesetzes M-V erfolge.

Gerüchte um Verhältnisse im Rathaus

Aus dem Personalrat selbst wollte sich niemand zu den Beweggründen für den Rücktritt äußern. Auch nicht zu der Frage, ob die Zusammenarbeit mit der Rathausführung denn wirklich so gut war, wie der Bürgermeister meint. Nach Nordkurier-Informationen soll es um das Verhältnis zwischen Bürgermeister und Mitarbeitervertretung schon seit langer Zeit nicht zum Besten bestellt gewesen sein. Die Mitglieder hätten immer wieder die Personalpolitik des Bürgermeisters moniert und sich mit vielen Entscheidungen des Rathauschefs nicht einverstanden erklärt. Dabei soll es auch immer wieder sehr emotional und lautstark zur Sache gegangen sein. Der Personalrat wirkt unter anderem mit, wenn es um Einstellungen und Höhergruppierungen geht und vertritt die Mitarbeiter bei Problemen mit dem Arbeitgeber.

Die umstrittene Personalführung des Bürgermeisters und sein Umgang mit den Mitarbeitern war vor einigen Wochen auch einer der Gründe, warum die Stadtvertretung den Bürgerentscheid zur Abberufung von Andreas Lange anberaumt hatte. In ihrem Flyer zur Abberufung Langes hatten die Abgeordneten geschrieben, dass der Bürgermeister im Umgang mit seinen Mitarbeitern sehr aufbrausend und angsteinflößend sei.

Langjährige Mitarbeiter sind gegangen

Tatsache ist, dass in den vergangenen Monaten mehrere langjährige Mitarbeiter die Teterower Stadtverwaltung verlassen haben. Der Prominenteste unter ihnen ist der ehemalige zweite Stadtrat und damalige Leiter des Fachbereiches für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Robert Meinck, der im Herbst 2021 nach zwanzig Jahren seinen Dienst quittierte. Auch im Bauamt hat eine langjährige Mitarbeiterin ihr Beschäftigungsverhältnis aufgelöst und sich woanders einen Job gesucht. Derzeit sind gleich mehrere Stellen im Rathaus unbesetzt. Wann ein neuer Personalrat gewählt wird und ob dafür überhaupt Mitarbeiter zur Verfügung stehen, ist derzeit noch völlig offen. Wie man mit einem Personalrat konstruktiv umgeht, das sollte Bürgermeister Andreas Lange aus eigener beruflicher Erfahrung am besten wissen. Bevor er zum Bürgermeister gewählt wurde und damit in die Rolle des Arbeitgebers wechselte, war er im Landkreis Rostock lange Zeit Vorsitzender des Personalrates.

 

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