Brandstiftungen in Gnoien

:

Pferdebesitzer konnte Fohlen aus Feuer retten

Danilo Gubert vor dem völlig ausgebrannten Pferdestall. Ein Fohlen und eine Stute kamen in dem Feuer um.
Danilo Gubert vor dem völlig ausgebrannten Pferdestall. Ein Fohlen und eine Stute kamen in dem Feuer um.
Torsten Bengelsdorf

Ein Feuerteufel hat es in Gnoien offenbar auf Pferde abgesehen. Die Besitzer sind fassungslos und stehen vor Ruinen. In der Kleinstadt macht ein unglaublicher Verdacht die Runde.

Am Montag, die zweite Nacht in Folge, musste fast zur gleichen Zeit gegen 1 Uhr die Feuerwehr in Gnoien ausrücken, um einen brennenden Pferdestall zu löschen. Und wieder kam für mehrere Tiere jede Hilfe zu spät. Die toten Pferde konnten am Montag nicht sofort geborgen werden, erst musste ein Kriminaltechniker alle Spuren aufnehmen. Dass in Gnoien ein Pferdemörder umgeht, daran gibt es seit Montag keinen Zweifel mehr. Bereits in der Nacht zum Sonntag waren nur 200 Meter entfernt drei Tiere auf qualvolle Weise verbrannt. Auch hier hielt die Polizei sehr schnell nur eine Ursache für möglich: Brandstiftung.

„Ich bin ins Feuer reingerannt”

In der Nacht zum Montag hat es nun die Pferde von Danilo Gubert getroffen. Dela und Little Food haben das Feuer mit dem Leben bezahlen müssen. Zwei anderen in den Stallboxen untergestellten Tieren war dagegen die Flucht gelungen. „Ich bin ins Feuer reingerannt und habe ein Fohlen noch retten können“, berichtet Gubert. Eine Kaltblutstute hatte sich allein befreit.

Gubert kann das Geschehene immer noch nicht fassen. „Ich habe die Stallanlage mit meinem Vater und meinem Bruder aufgebaut. Mein Vater ist im vergangenen Jahr gestorben. Da war das hier alles so etwas wie ein Andenken an ihn. Und nun ist es zerstört“, sagt der 35-Jährige mit Tränen in den Augen.

Nicht der erste Anschlag auf die Pferde

Das Feuer ist nicht der erste Anschlag auf Guberts Pferde. Vor zwei Jahren waren auf einer Koppel Köder mit Rattengift ausgelegt worden. Sechs Tiere hatten davon gefressen, überlebten aber dank ärztlicher Hilfe. Und der Pferdehalter berichtet von noch mehr Gemeinheiten. Ein Teil seines Weidezaunes sei zerstört, Pfähle umgeknickt worden. Vor ein paar Wochen erst war sein Jeep mit Flatterband umwickelt und beschmiert worden. Wer hinter all dem steckt, sei für ihn nach wie vor ein Rätsel, sagt er. „Wenn diese Leute etwas gegen mich haben, dann sollen sie doch zu mir kommen und dafür bloß die Tiere in Ruhe lassen.“

In Gnoien macht derweil ein unglaublicher Verdacht die Runde. Galt vielleicht auch die erste Brandstiftung den Pferden von Danilo Gubert und hatten sich der oder die Täter in der Nacht zum Sonntag nur im Stall geirrt?

Tiere sind jetzt in Sicherheit

Zumindest Sophie Külper glaubt das nicht. Sie hatte ihre beiden Pferde am Sonntag gerade noch aus dem brennenden Stall an der Warbel retten können. Drei Tiere ihrer Freundin kamen dagegen in den Flammen um. „Wir hatten hier noch ein Pensionspferd mit im Stall. Das wurde vor dem Brand herausgelassen“, berichtet die junge Frau. Wer auch immer das Feuer gelegt hat – derjenige scheint sich sehr gut auszukennen und würde wohl kaum die Ställe verwechseln.

Die Polizei hat derweil bei ihren Ermittlungen am Montag „verschiedene Hinweise“ bekommen, denen die Beamten jetzt nachgehen würden, wie ein Sprecher der Güstrower Inspektion sagte. Danilo Gubert und Sophie Külper haben ihre Pferde unterdessen woanders untergebracht. Wo, das werden sie vorerst nur Vertrauten verraten.