Immer mehr Kunststoffe

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Plastikmüll macht Friedhofsgärtnern zu schaffen

Grabschmuck besteht nur zum Teil aus kompostierbaren Materialien. Verwendung finden auch Metalldrähte und eine seit Jahren wachsende Menge Plastik.
Grabschmuck besteht nur zum Teil aus kompostierbaren Materialien. Verwendung finden auch Metalldrähte und eine seit Jahren wachsende Menge Plastik.
Eberhard Rogmann

Blumen und Gestecke bringen Menschen dieser Tage in beachtlicher Menge auf die Friedhöfe. Mit dabei sind immer häufiger Materialien, die bei der Entsorgung Probleme bereiten.

Als Friedhofsgärtner ist Mathias Busch Handarbeit gewohnt. Derzeit ist er hart gefordert. Die Bäume verlieren ihr Laub, doch angesichts der bevorstehenden Totengedenktage soll der Friedhof einen gepflegten Eindruck machen. Also wird mit allen verfügbaren Kräften geharkt. Berge von Laub sammeln sich dabei an. Das macht zwar viel Arbeit, doch ist es relativ leicht auf der eignen Kompostanlage zu entsorgen. Ungemach droht den Friedhofsgärtnern von einer anderen Seite.

Auf dem Kompost landet so manches, was dort einfach nicht hingehört. Oft sind es Plastikabfälle. Die nicht abbaubaren Kunststoffe haben längst die Friedhöfe erreicht. „Das beginnt bei den Schnittblumen. Da kauft man einen Strauß im Supermarkt schön verpackt in Plastikfolie und der kommt so, wie er ist, aufs Grab. Wenn er verwelkt ist, landet er samt Folie auf dem Kompost“, schildert Winfried Sahlmann, der in einer Gärtnerei mitarbeitet, ein Beispiel.

Viele ignorieren Mülltrennung auf dem Friedhof

Doch das sei noch gar nicht das Schlimmste. Wie er beobachtete, landen dort auch ganze Grabgestecke. Gerade zum Totensonntag decken viele die Gräber ihrer Verstorbenen nicht nur mit Tannenreisig ab. Sie werden überdies mit Gestecken verschiedenster Art ausgestattet. Diese sind zwar zumeist aus Naturmaterial wie Zweigen und Zapfen gefertigt. Doch sie enthalten auch Metalldrähte sowie Blumen und Bänder aus unverrottbaren Kunststoffen. „Das gehört definitiv nicht auf die Komposthaufen“, betont Sahlmann mit Nachdruck.

Besonders viel Plastik landet im Frühjahr auf dem Friedhof. Dann ist Pflanzzeit und der Handel bietet Pflanzmaterial in Hülle und Fülle an, meist in kleinen oder größeren Plastebechern, die oft im Dutzend auch noch in einer Plastik-Palette verkauft werden. „Dagegen können wir uns nicht wehren. Es wäre ja schon viel geholfen, wenn die Leute den Müll auch auf dem Friedhof trennen würden“, sagt Friedhofsgärtner Busch. Zu diesem Zweck sind bei den Kompostanlagen eigens Metalltonnen oder blaue Abfallsäcke aufgestellt. „Die meisten nutzen sie, aber es gibt nicht wenige, die das beharrlich ignorieren“, weiß der Gärtner.