Panne bei Brand-Ermittlungen

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Polizei-Akten zu Stallbränden verschwunden

Im Februar waren bei zwei Stallbränden in Gnoien fünf Pferde getötet worden.
Im Februar waren bei zwei Stallbränden in Gnoien fünf Pferde getötet worden.
Torsten Bengelsdorf

Fünf Pferde waren im Februar bei zwei Brandstiftungen in Gnoien verendet. Nun weiß niemand, wo die Ermittlungsergebnisse geblieben sind.

Der Brand von zwei Stallanlagen in Gnoien mit fünf getöteten Pferden gibt neue Rätsel auf. Zwei Monate nach den vorsätzlichen Brandstiftungen sind Ermittlungsakten der Polizei verschwunden. Die Unterlagen seien bereits vor vier Wochen an die Staatsanwaltschaft nach Rostock geschickt worden, berichtete ein Sprecher der Polizei-Inspektion Güstrow. In Rostock sind die Akten aber bisher nicht angekommen, wie es am Wochenende von der Staatsanwaltschaft hieß.

Dass sich damit im Moment nicht mehr nachvollziehen lässt, wo denn nun die Akten geblieben sind, hat bisher offenbar auch niemanden stutzig werden lassen. Die Polizei in Güstrow wolle nun zu Wochenbeginn noch einmal nachschauen, wie es in der Inspektion heißt. Die Behörde setze für ihren Akten-Transport einen eigenen Kurier ein. Dass der für die 43 Kilometer lange Strecke nun aber mehrere Wochen benötigt, an einen solchen Fall könne man sich nicht erinnern.

Kommentare (3)

Irgendwo verschwindet KEINE Akte und taucht im Innenministerium auf, irgendwo verschwindet EINE Akte und taucht in Rostock NICHT auf. Und in beiden Fällen ist eine Staatsanwaltschaft beteiligt. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob polizeiintern Diebe am Werk sind ? Ist das noch Polizei oder nur noch ein Schlamperhaufen ? Zur Klärung der Motivlage stellte man sich früher die Frage "Wem nützt es ?"

In Mecklenburg-Vorpommern wird noch mit Tradition gearbeitet. Vermutlich werden mit Schreibmaschine, Farbband und nicht eingespannten Kopierpapier Akten erstellt. Dass die Akten die 43 Kilometer nicht schafften liegt auch daran, dass die fünf Pferde der Postkutsche im Stall zu Tode gekommen sind.

Da wird ein Aktenberg wohl umgestürzt sein, bei der Justiz stappeln sich inzwischen immer mehr die Aktenberge von GEZ Verweigeren, Flüchtlingskriminalität und Reichsbürgern. Kein Wunder, man kommt bei denen schon gar nicht mehr ins Büro rein. Wichtige Fälle wie die Aufklärung von Brandstiftungen bleiben eben liegen oder gehen einfach unter.