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Polizei wird an Stadtrand abgeschoben

Noch hat die Polizei in der Malchiner Parkstraße ihr Revier. Ende des nächsten Jahres sollen die Beamten aus dem maroden Gebäude ausziehen.
Noch hat die Polizei in der Malchiner Parkstraße ihr Revier. Ende des nächsten Jahres sollen die Beamten aus dem maroden Gebäude ausziehen.
Torsten Bengelsdorf

Wo bisher Steuerbescheide bearbeitet wurden, soll zum Ende des kommenden Jahres das Malchiner Polizeirevier einziehen. Doch nicht alle Ordnungshüter sind glücklich mit dem neuen Standort am Schratweg.

Ein dickes Minus hat das Finanzamt am Malchiner Schratweg gesetzt. Weil die Steuerbehörde nur noch Außenstelle des Warener Finanzamtes ist, haben sich die verbliebenen Mitarbeiter nun zurückgezogen in den vor 15 Jahren errichteten Neubau. Doch was wird nun mit dem alten Haus direkt an der Straße, das zu DDR-Zeiten die Kreisstelle für Staatssicherheit beherbergte?

Hier werden wohl demnächst die Handwerker einziehen. Wie das Schweriner Innenministerium jetzt auf Anfrage des Nordkurier bestätigte, soll Ende des nächsten Jahres das Polizeirevier zum Schratweg umziehen. Bis dahin müssten noch die technischen und räumlichen Voraussetzungen für die Polizeidienststellen geschaffen werden, erklärte Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Neben dem Polizeirevier wird auch die Außenstelle des Kriminalkommissariats das jetzige Domizil in der Parkstraße verlassen. Zeit wird es auch. Das Polizeigebäude macht nicht nur von außen einen unschönen Eindruck, ein Teil ist sogar einsturzgefährdet. Deshalb mussten bereits vor einigen Jahren Bürocontainer auf dem Hof des Reviers aufgestellt werden, in denen nun zum Beispiel die Kriminalisten die Malchiner Ganoven verhören.

Das Innenministerium widerspricht Gerüchten, nach denen die Container inzwischen gar nicht mehr gebraucht werden, aber dennoch hohe Kosten verursachen. „Die Container werden weiterhin durch die Kriminalkommissariat-Außenstelle genutzt. Es gibt nicht weniger Polizisten“, stellt Sprecherin Marion Schlender klar. Die monatlichen Mietkosten für die Container betragen nach ihren Angaben rund 4000 Euro.

So froh die Polizisten auch sind, dass sie ihr baufälliges Revier im kommenden Jahr nun endlich verlassen können – den neuen Standort am Schratweg sehen einige Ordnungshüter nicht gerade als optimal an. Offiziell will dazu niemand etwas sagen. Hinter vorgehaltener Hand ist dann aber doch davon die Rede, dass die Stadtrand-Lage problematisch sei. Wenn von hier aus das Blaulicht-Kommando startet, geht es erst einmal durch die ganze Stadt, um etwa auf die Bundesstraße zu gelangen.

Kommentare (1)

Es ist doch schon erstaunlich das 25 Jahre nach der "Wende" die Polizeibediensteten endlich auch mal ein neue Unterkunft bekommen. Eigentlich sind zum Schutze des Volkes da. Wenn man überlegt, welche Institutionen schon neue Gebäude gebaut oder welche bekommen haben, die auch der Steuerzahler mitfinanziert hat, wie die Handwerkskammer, das Finanzamt, die Krankenkassen, die Banken und Sparkassen, die Versicherungen. Da fragt man sich, sind es die Polizisten nicht wert?