ANSICHTSKARTEN WIEDER GEFRAGT

Postkarte erlebt Renaissance in Mecklenburger Schweiz

Wer denkt, dass in Zeiten von Whatsapp und anderen digitalen Diensten die Ansichtskarte ein Relikt von gestern ist, der schaue in die Stadtinformationen. Da ist die bunte Welt der schönen Ansichten wieder gefragt.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Stadtinfo-Mitarbeiterin Diana Kusserow. Bei ihr können die Malchin-Postkarten erworben werden.
Stadtinfo-Mitarbeiterin Diana Kusserow. Bei ihr können die Malchin-Postkarten erworben werden. Thomas Koch
Grüße aus der Warbelstadt: Gnoien hat seit dieser Woche eine Reihe neuer Postkarten.
Grüße aus der Warbelstadt: Gnoien hat seit dieser Woche eine Reihe neuer Postkarten. Torsten Bengelsdorf
Gnoien.

Druckfrisch liegen sie seit Dienstag in der Gnoiener Stadtinformation im Rathaus aus: Die Warbelstadt hat fünf neue Ansichtskarten herausgebracht – als offizielle Postkarten der Stadt mit dem Eintrag ihrer Internet-Adresse auf der Rückseite, wie Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) am Montagabend am Rande einer Sondersitzung der Stadtvertreter zum Nachtragshaushalt stolz bekannt gab. Eine der Karten zeigt das historische Rathaus. „Grüße aus der Warbelstadt“ lassen sich aber auch mit anderen markanten Bauten wie etwa der Kirche, dem Wasserturm oder dem einstigen Gerichts- und heutigen Amtsgebäude verschicken. Auch das Stadtwappen darf natürlich nicht fehlen. Doch ist das Postkarten-Zeitalter nicht längst Geschichte? Wer schreibt denn in Zeiten von Smartphone und Co. noch Karten?

Tatsächlich hat Gnoiens Bibliothekarin Petra Schröter, die nebenbei auch noch die Stadtinformation führt, im gesamten vergangenen Jahr gerade einmal 40 Stück verkauft. Ob die neuen Karten den Absatz ankurbeln, ist noch ungewiss.

Ganz aus der Zeit gefallen ist die gute alte Postkarte aber noch lange nicht. „Im Sommer kaufen bei uns täglich Touristen Postkarten, im Winter natürlich weniger“, sagt Jana Koch von der Teterower Stadtinformation, die ebenfalls noch Ansichtskarten führt. Der Renner seien sie in Zeiten von Whatsapp allerdings nicht mehr. Hin und wieder entdecken sogar die Teterower eine gewisse Vorliebe für die Stadtansichten im Postkarten-Format. Zumindest dann, wenn die Kinder in der Schule Wandzeitungen mit Stadtmotiven gestalten sollen. Jana Koch macht aber auch auf die Kunstdrucke mit Teterow-Bildern aufmerksam, die sich gerade in der Weihnachtszeit als eine Geschenk-Idee anbieten würden.

Auch Gemälde sind als Postkarten gefragt

Kunstvolle Bilder, gemalt von Ernst Höppner, der viele Motive aus seiner Heimatstadt auf Ölbildern festgehalten hat, sind auch in der Darguner Stadtinformation im Postkarten-Format gefragt, wie hier Heike Niemann berichtet. Aber auch die gute, alte Ansichtskarte würde sowohl von Dargunern als auch von Touristen noch nachgefragt. Im nächsten, spätestens übernächsten Jahr wolle die Stadt Dargun auch wieder neue Karten herausbringen.

In Malchin sind gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit die Ansichtskarten wieder groß im Kommen, wie Rathaussprecher Thomas Koch berichtet. „Wir haben derzeit 15 verschiedene Ansichtskarten im Angebot, nicht nur aus der Stadt Malchin, sondern auch aus Neukalen und vom Malchiner und Kummerower See“, so Koch. Jedes Jahr gebe es auch neue Motive. Dass die Ansichtskarte nur noch ein Relikt des analogen Zeitalters sei und in naher Zukunft vielleicht ganz verschwinden würde, davon sei in Malchin nichts zu spüren.

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