Prost

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Preisgekrönter Obstler tüdelt Stadtvertreter an

Rathaus-Mitarbeiterin Monika Klatt teilte in der Stadtvertreter-Sitzung die Schnaps-Gläser mit dem Hochprozentigen aus. Erst nach dem Genuss des Obstlers fassten die Abgeordneten die letzten Beschlüsse des Jahres.
Rathaus-Mitarbeiterin Monika Klatt teilte in der Stadtvertreter-Sitzung die Schnaps-Gläser mit dem Hochprozentigen aus. Erst nach dem Genuss des Obstlers fassten die Abgeordneten die letzten Beschlüsse des Jahres.
Torsten Bengelsdorf

Herzliche Grüße aus dem rumänischen Städtchen Szereda hatte Malchins Bürgermeister den Abgeordneten mitgebracht – in Form von mehreren Litern Palinka.

Ein Gläschen in Ehren, das konnte selbst im Hohen Haus von Malchin niemand so recht verwehren. Noch bevor die Stadtvertreter am Mittwochabend die recht nüchtern wirkende, dafür aber äußerst umfangreiche Liste von Beschlüssen in Angriff nahmen, gingen erst einmal die Schnapsgläser um. Für jeden Abgeordneten und sogar für die Zuschauer in den Besucherreihen gab es einen kräftigen Schluck „Palinka”. Bei 56-prozentigem Alkoholgehalt kniff mancher sofort die Augen zu. „Oh, der haut aber rein”, raunte jemand im Publikum. Was der Obstbrand ausgerechnet in der Stadtvertretersitzung zu suchen hat, das hatte Bürgermeister Axel Müller (CDU) zuvor in seinem Bericht an die Abgeordneten erläutert: Vor vier Wochen sei er mit einer Delegation aus Malchin im Rahmen der Europart-Treffen in der rumänischen Stadt Szereda gewesen, die seit diesem Jahr zum Klub der drei Europart-Partnerstädte Szerencs (Ungarn), Hesperingen (Luxemburg) und Malchin gehört. „Der Bürgermeister von Szereda hat mich gebeten – und dieser Bitte komme ich gerne nach – ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest zu wünschen und mit ihnen auf ein gesundes neues Jahr anzustoßen”, erklärte Müller. Zu diesem Zweck hätten die Malchiner extra mehrere Liter „Palinka” mitbekommen. Der Hochprozentige aus der eigenen Brennerei in Szereda sei 2016 als bester Obstler der Region ausgezeichnet worden.

Die Wirkung bei den Stadtvertretern war am Mittwochabend zunächst nicht ganz klar. Zumindest einer von ihnen soll später eingestanden haben, dass ihm ziemlich warm geworden war. Zuvor hatten aber alle 21 Volksvertreter einen ziemlich kühlen Kopf bewahrt und unter Leitung von Bürgervorsteher Andreas Hammermüller (CDU) – der das Glas ausdrücklich auf die deutsch-rumänische Freundschaft erhoben hatte – die 32 Tagesordnungspunkte in der Rekordzeit von 74 Minuten abgearbeitet.

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