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Pssst! Schweigen um öffentliche Gelder

Zeigt her eure Abrechnung... Da lassen sich die Geschäftsführer aber nicht in die Karten schauen.
Zeigt her eure Abrechnung... Da lassen sich die Geschäftsführer aber nicht in die Karten schauen.
Arno Burgi

Die Geschäftsführer öffentlicher Unternehmen sollen ihre Einkommen bald offen legen. Was verdient man denn eigentlich so auf den Chef-Sesseln von Stadtwerken und Co.?

Das hat den Chefs unserer öffentlichen Firmen gerade noch gefehlt – dass jetzt jemand nach ihren Gehältern fragt. Dabei wird es wohl nicht mehr lange ein Geheimnis bleiben, was so auf den Gehaltszetteln der Geschäftsführer von Stadtwerken oder kommunalen Wohnungsgesellschaften steht. Auch hierzulande dürfte nämlich schon bald ein sogenanntes Transparenz-Gesetz auf den Weg gebracht werden.

Das Immobilien-Geschäft lohnt sich

Gar nicht gut kommt diese Debatte beim Geschäftsführer der Malchiner Wohnungsgesellschaft, Günter Busse, an. „Das führt zu einer Neid-Diskussion, die dem sozialen Frieden nicht zuträglich ist“, meint der Herr von 1600 Malchiner Wohnungen. Was er am Monatsende mit nach Hause nimmt, will er denn auch lieber nicht verraten. Nach Recherchen des Nordkurier dürfte er aber deutlich mehr als der Bürgermeister bekommen. Geschätztes Jahreseinkommen: 90 000 Euro.

Davon kann seine Kollegin in Gnoien nur träumen. Dorina Todzy, Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft in der Warbelstadt, wird in Anlehnung an den öffentlichen Dienst entlohnt – und das ist dann nicht ganz so üppig. Trotzdem will auch Frau Todzy nicht viel über ihr Gehalt preisgeben. Nur soviel: „Ich habe mein Auskommen.“ Und neidisch müsse man nicht sein. Geschätztes Jahreseinkommen 55 000 Euro.

Auch der Top-Verdiener schweigt

Für diese Summe wäre Klaus Reinders wahrscheinlich nicht bereit gewesen, seinen Vertrag als Geschäftsführer der Teterower Stadtwerke zu verlängern. Der Mann gilt als Top-Verdiener, will aber auch nicht in der Zeitung lesen, was das nun in Euro umgerechnet bedeutet. Doch immerhin: Reinders kann sich für das Transparenz-Gesetz erwärmen. „Es müsste aber für sämtliche Unternehmen gelten, also auch für die private Wirtschaft. Dann würde man nämlich sehen, dass die Manager-Gehälter bei privaten Firmen viel höher sind, als bei kommunalen“, ist der Stadtwerke-Chef überzeugt. Wir schätzen sein Jahresgehalt auf etwa 110 000 Euro.