Feuerwehr-Bilanz
Rathaus in Stavenhagen mit den meisten Fehlalarmen

Vier Mal und vollkommen umsonst wurden die Stavenhagener Feuerwehrleute ins Schloss der Stadtverwaltung gerufen. Hier war unter anderem Baustaub der Auslöser.
Vier Mal und vollkommen umsonst wurden die Stavenhagener Feuerwehrleute ins Schloss der Stadtverwaltung gerufen. Hier war unter anderem Baustaub der Auslöser.
Eckhard Kruse

Manchmal muss die Feuerwehr ausrücken, wenn es gar nicht brennt und es niemanden zu retten gibt. In Stavenhagen war das besonders oft im Rathaus der Fall.

Die Stavenhagener Firma Dachser hat einen Wechsel vom Sorgenkind zum Musterknaben hingelegt. Im Jahr 2017 war das Transportunternehmen im Gewerbegebiet Preetzer Straße gemeinsam mit dem Heizkraftwerk EEW noch Spitzenreiter in der Auflistung der Fehlalarme. Jeweils vier Mal wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Stavenhagen von den automatischen Brandmeldeanlagen zu Hilfe gerufen.

Im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehrleute aber nicht ein einziges Mal zu Dachser ausrücken, lobte Wehrführer Mario Skalla. Das konnte für ihn nur eines bedeuten: Die Firma hat bei ihrer Brandschutztechnik nachgerüstet. Nachrüstungen hatte man auch bei EEW angekündigt. Doch hier hatten die Feuerwehrleute im November 2018 immer noch zwei Fehlalarme. Der Wehrführer setzte anschließend die Alarmanlage zurück.

Vier Mal löste der Brandmelder Alarm aus

Neuer Spitzenreiter bei den Fehlalarmen ist die Stavenhagener Stadtverwaltung. Im Schloss lösten die automatischen Brandmelder über das Jahr vier Mal aus – ein Mal Ende April und zwei Mal Anfang Juni. Der vierte Alarm sei durch Staub von Bauarbeiten ausgelöst worden, sagte Skalla. Drei Mal seien die Kameraden umsonst zum Hotel „Reutereiche“ und zum Kursana Seniorendomizil gerufen worden. Im Hotel hätten sich Frauen bestimmt wieder zu stark die Haare vor dem Spiegel gesprayt, sodass die Alarmanlage Rauch meldete, vermutete der Wehrführer.

Dieses Szenario habe es in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal gegeben, bestätigte Hoteldirektorin Jana Ehlert. Doch nicht so im Jahr 2018. Einmal löste der Alarm aus, als ein Hotelgast viel und lange duschte und dann der Dampf auf den Zimmerflur zog, erinnerte sie sich. Zwei Mal sei Küchendampf die Ursache gewesen. Und dann hatten noch einmal Gäste eines Apartments vergessen, ihre Pizza aus dem Herd zu nehmen. „Doch gerade dafür ist die Brandmeldeanlage ja auch da“, sagte Jana Ehlert. Wenn sie nicht ausgelöst hätte, dann hätte es einige Zeit später gebrannt.

Umstellung auf Hitzemelder auch keine Lösung

Die Arbeit der Kameraden weiß sie sehr zu schätzen. Doch ihr selbst sei es nicht möglich, den Alarm zu stoppen, wenn sie den Fehler bemerkt. Denn die Kameraden seien meist schon unterwegs. Zurückgerufen werden könnten sie nur von der Rettungsleitstelle. Die Anlage werde regelmäßig geprüft. Defekte Teile würden ausgetauscht. Ob eine Umrüstung sinnvoll wäre, damit die Kameraden weniger oft zum Hotel eilen müssen, kann sie aber nicht sagen. Eine Umstellung auf reine Hitzemelder würde die Raucher nur dazu animieren, verbotenerweise in den Zimmern zu rauchen.

Auch im Kursana Domizil sei der Auslöser zweimal aus der Küche des Hauses gekommen. „Das lässt sich leider nicht abstellen“, sagte Mario Skalla. Dann rückten die Feuerwehrleute noch zwei Mal zu der Firma Kompass-Transporte aus. Jeweils einmal mussten sie dem Reutermuseum, dem Netto-Zentrallager, dem Klärwerk und dem Einkaufszentrum „Reutereiche“ einen Besuch abstatten, bei dem sie gleich wieder umkehren konnten. Damit summierte sich die Zahl der Fehlalarme in vergangenen Jahr auf 18.

Kommentare (1)

wo im Keller die prächtigem Säbel aus der Franzosenzeit geklaut wurden? Leihgaben eines Privatsammlers!