Verantwortlich für die Organisation und den Ablauf des Bürgerentscheides war Rathaus-Mitarbeiterin Ricarda Martens (
Verantwortlich für die Organisation und den Ablauf des Bürgerentscheides war Rathaus-Mitarbeiterin Ricarda Martens (2.von rechts). Gemeinsam mit dem so genannten Abstimmungsausschuss stellte sie das amtliche Ergebnis des Wahlgangs fest. Thomas Koch
Abstimmung

Rathauschef von Teterow schweigt zum Bürgerentscheid

Während die Stadtvertreter sich mit der Bewertung des Bürgerentscheides nicht zurückhalten, gibt es vom Bürgermeister dazu auch weiterhin keine Aussage.
Teterow

Um Punkt 10.17 Uhr war es am Montag endgültig amtlich: Andreas Lange (parteilos) bleibt auch weiterhin der Bürgermeister von Teterow. Mit ihren Unterschriften haben das die Mitglieder des so genannten Abstimmungsausschusses – allesamt Stadtvertreter – im Rathaussaal bestätigt. Zuvor hatte ihnen die Verantwortliche für den Bürgerentscheid, Rathausmitarbeiterin Ricarda Martens, sämtliche Niederschriften mit den Ergebnissen zur Kenntnis gegeben. Am Bürgerentscheid zur Abberufung von Andreas Lange haben demnach insgesamt 2682 Teterower teilgenommen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 36,80 Prozent. 1932 Einwohner haben sich am Sonntag dafür ausgesprochen, dass es im Teterower Rathaus nicht mit Andreas Lange als Bürgermeister weitergehen soll, 720 stimmten für seinen Verbleib. Für eine Abberufung wären 2430 Stimmen nötig gewesen.

Geringe Wahlbeteiligung bedauert

Den Kopf jetzt nicht in den Sand zu stecken, diese Devise gab am Montag der Stadtvertreter Wolfgang Blanck (CDU) aus. „Auch wenn es mit der Abwahl nicht geklappt hat, haben fast drei Viertel der Wähler zum Ausdruck gebracht, dass sie diesen Bürgermeister nicht mehr wollen“, rang Blanck dem Ergebnis auch noch was Positives ab. Er gehörte ebenso dem Abstimmungsausschuss an wie der AfD-Stadtvertreter Winfried Schneider. Der bedauerte die zu geringe Wahlbeteiligung und sieht auch darin einen Beleg dafür, dass viele Menschen in der Stadt einfach nicht einverstanden sind mit der Arbeit des Verwaltungschefs und deshalb erst gar nicht am Bürgerentscheid teilgenommen haben. Ob sich an der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Stadtvertretung jetzt etwas ändert, das werden die nächsten Wochen zeigen, kommentierte der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Teterower Bürger, Jürgen Dettmann, das Ergebnis der Abstimmung.

Neue Aufgabe übernommen

Wie er das Ergebnis bewertet, dazu hat sich Bürgermeister Andreas Lange auch gestern auf erneute Anfrage nicht geäußert. Ebenso nicht auf die Frage, wie er das Vertrauen zu den Einwohnern wieder herstellen will, die am Sonntag für seine Abberufung gestimmt haben. Ob sein Schweigen mit der neuen Aufgabe im Zusammenhang steht, die er am Montag übernommen hat, ist nicht bekannt. Seit Wochenbeginn ist Andreas Lange auch der kommissarische Leiter des Amtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten. Die Aufgabe oblag bisher Stadtrat Uwe Rethmeyer. Der ist aber am 1. Juli offiziell aus dem Dienst im Rathaus ausgeschieden und hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Bis wann die Stelle neu besetzt ist, auch dazu gab es gestern aus dem Rathaus keine Information.

Kommentar: Teterower Bürgerentscheid ist schwer zu ertragen

 

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