98. BERGRINGRENNEN

Reduziertes Rennen trifft auf geteiltes Echo

8.500 Zuschauer erlebten auf dem Teterower Bergring bei idealen Bedingungen einen spannenden Renntag. Doch die Marke von 10.000 Tagesgästen ist klar verfehlt. Skeptiker sehen darin bedenkliche Signale.
Auch einer statt bisher zwei Renn-Tagen reichte für Gänsehaut-Momente: Mit einer sensationellen Aufholjagd gewann Mitch Godden den Lauf um den Bergring-Pokal, den sein Vater Don in den Jahren 1962 und 1964 geholt hatte.
Auch einer statt bisher zwei Renn-Tagen reichte für Gänsehaut-Momente: Mit einer sensationellen Aufholjagd gewann Mitch Godden den Lauf um den Bergring-Pokal, den sein Vater Don in den Jahren 1962 und 1964 geholt hatte. Eberhard Rogmann
Ein strahlender Sieger. Paul Cooper gewann unter anderem den erstmalig ausgefahrenen Pokal „Goldene Acht“.
Ein strahlender Sieger. Paul Cooper gewann unter anderem den erstmalig ausgefahrenen Pokal „Goldene Acht“. Eberhard Rogmann
Teterow.

18 Rennen in fünf Stunden. Es war ein höchst anspruchsvolles Programm beim 98. Bergringrennen in Teterow. Denn als Sonntag Punkt 12  Uhr das erste Rennen gestartet wurde, lagen schon mehrere Trainingsläufe hinter den Fahrern. Der MC Bergring hatte entschieden, das Pfingstrennen erstmals seit Jahrzehnten auf einen Tag zu begrenzen. Es sollte der Tag zweier Engländer werden. Schon im ersten Lauf zeigte Paul Cooper, zweimaliger Gewinner des Bergringpokals, als Schnellster im Zeitfahren der Konkurrenz sein Hinterrad. Mit 118,08 km/h enteilte er allen sieben Konkurrenten und gewann den neuen Pokal der „Großen Bergring-Acht“. Wenig später holte er sich das „Grüne Band“.

Doch dann traf er auf seinen Meister. Im Handicap-Lauf um den Bergring-Pokal, den Cooper schon zweimal gewonnen hatte, war Mitch Godden seinem Landsmann 33 Hundertstel Sekunden voraus. Mit Tränen in den Augen nahm er die Trophäe, die 1962 und 1964 bereits sein Vater Don gewonnen hatte, entgegen. Bejubelt von den 8500 Zuschauern am Ring. Diese hatten zuvor Daniel De Vries gefeiert. Der Niederländer gewann den Speed-Cross-Pokal. Keine Frage, die Fahrer waren mit der Ein-Tages-Veranstaltung gut über die Runden gekommen. Stürze gab es nicht, hin und wieder einen Maschinenausfall. Alles in allem war der Ablauf zügig, was von den Zuschauern honoriert wurde.

„Tut weh zu sehen, wie Veranstaltung an Attraktivität einbüßt“

Dennoch gab es Stimmen, die bedauerten die Verkürzung. So Maik Iswebski und Sebastian Wilm aus Tessin. „Die Stimmung hier ist eigentlich toll, das Wetter ideal. Schade, dass es nach wenigen Stunden vorbei ist. An zwei Tagen hat man es richtig auskosten können. Aber es werden ja immer weniger.“ Sie weisen auf den Hang der Südkurve. Der war in der Tat in den Vorjahren schon deutlich dichter bevölkert.

Kritische Worte findet auch Sebastian Maag. Der Teterower gehörte in den 1990er-Jahren zu den Spitzenfahrern des hiesigen  MC. „Es tut schon weh zu sehen, wie diese Veranstaltung an Attraktivität einbüßt. Teterow hat im Bahnsport den Anschluss verloren. Es muss aus der Einzigartigkeit dieses Ortes mehr machen. Möglichkeiten bestehen.“ Die Verkürzung auf einen Tag findet er dagegen weniger entscheidend. Ebenso sei es zweitrangig, dass keine einheimischen Fahrer im Spitzenfeld mitmischen. „Es wäre eine schöne Beigabe“, so sein Kommentar.

Zeit für Reparaturen fehlte

Für Matthias Schrank am Vorstart bedeutete die Konzentration auf einen Tag Stress pur. Seit 8 Uhr schickte er ein Feld um das andere auf den Ring. Zur Eröffnung gab’s eine kurze Verschnaufpause. Nach dem letzten Lauf war der Tag für ihn wie viele andere Helfer längst nicht zu Ende. Dann hieß es abbauen und einpacken. Stephan Bischoff, Quad-Pilot und selbst Rennveranstalter, kennt die Zwickmühle, in welcher der Club steckt. „Man muss wirtschaftlich arbeiten. Auf der anderen Seite hatten wir ein Rennen weniger und etliche Ausfälle. Es fehlte die Zeit für Reparaturen.“ Vielleicht, so hofft er, gibt es zum 100. Rennen 2020 wieder zwei Veranstaltungstage.

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