SAISONSTART AUF DEM TETEROWER SEE

Regulus legt mit Abstand und neuem Käpt‘n ab

Die Teterower Motorbarkasse startete mit sechs Wochen Verspätung am Himmelfahrtstag in die neue Saison. Und das mit einem neuen Mann am Steuer unter Corona-Auflagen.
Sven Hallscheidt steuert die „Regulus” seit dem Himmelfahrtstag über den Teterower See. Die Saison begann zwa
Sven Hallscheidt steuert die „Regulus” seit dem Himmelfahrtstag über den Teterower See. Die Saison begann zwar in diesem Jahr verspätet, dafür aber bei schönstem Ausflugswetter. Torsten Bengelsdorf
Die „Regulus” fährt seit dem Jahr 2002 wieder auf dem Teterower See.
Die „Regulus” fährt seit dem Jahr 2002 wieder auf dem Teterower See. Torsten Bengelsdorf
Teterow.

Einige Runden hatte Sven Hallscheidt mit der „Regulus“ in den vergangenen Wochen auf dem Teterower See bereits gedreht. Und trotzdem war am Donnerstagmittag auch ein bisschen Aufregung dabei, als er seine ersten Passagiere an Bord begrüßte. Der 40-jährige Teterower ist der neue Schiffsführer der Motorbarkasse und damit Nachfolger des langjährigen Kapitäns Volker Stürmer, der aus gesundheitlichen Gründen das Steuer aus der Hand gegeben hat.

Die Aufregung hatte sich bei dem Neuen dann aber schnell gelegt. Sven Hallscheidt mag vielleicht noch nicht so viele Geschichten und Anekdoten über den Teterower See erzählen können wie sein Vorgänger, doch auf dem Wasser kennt sich der Neue dennoch bestens aus. Schließlich hat er bereits als Segellehrer auf der Müritz gearbeitet. „Ich bin schon immer sehr gern draußen in der Natur und vor allem auf dem Wasser“, erzählt Hallscheidt. Und er freue sich nun auf seinen neuen Job.

Nur Hälfte der Passagiere wegen Corona erlaubt

Die „Regulus“ ist allerdings ein bisschen etwas Anderes als ein Segelboot. „Beim An- und Ablegen muss man genau die Länge einschätzen und dabei natürlich auch die Windverhältnisse beachten“, sagt der neue Kapitän. Und natürlich ist der Teterower See auch nicht so ohne Weiteres zu vergleichen mit Deutschlands größtem Binnengewässer. „Es gibt hier einige flache Stellen, die auch der ,Regulus‘ gefährlich werden können“, weiß der Schiffsführer. Und nicht alle sind ausgetonnt.

Als neuer Kapitän der „Regulus“ ist Hallscheidt wie sein Vorgänger Angestellter bei den Stadtwerken, unter deren Flagge die Barkasse fährt. Um das Steuer der „Regulus“ zu übernehmen, sei zunächst einmal der Sportbootführerschein für Binnengewässer Voraussetzung. Außerdem habe er der Unteren Wasserbehörde zeigen müssen, dass er mit der Barkasse auf dem Teterower See sicher umgehen kann. Hallscheidt war laut Adolf Schlaak, dem Chef der Kommunaltechnik der Teterower Stadtwerke, der einzige Bewerber für die „Regulus“. Gesucht werde jetzt noch ein zweiter Schiffsführer. „Denn wir müssen auch einen Ersatzmann haben“, sagt Schlaak.

Die Corona-Beschränkungen hatten die „Regulus“ sechs Wochen länger als geplant in ihrem Winterquartier gehalten. Eigentlich startet die Saison auf dem Teterower See bereits zu Ostern. Wegen der Abstandsregel kann Sven Hallscheidt jetzt auch nur die Hälfte der sonst zugelassenen Passagierzahl an Bord nehmen – also in der Regel 15 Leute. „Das wird natürlich schwierig werden, wenn man Leuten dann sagen muss, dass sie eine Stunde bis zur nächsten Fahrt warten müssen.“

Bis zu den Sommerferien legt die „Regulus“ zunächst einmal ab 11.45 Uhr im Stundentakt vom Steg am Naturbad ab. 16.45 Uhr beginnt die letzte Fahrt. Freitag, Sonnabend und Sonntag fährt sie auch um 17.45 Uhr noch einmal ab. Montag und Dienstag sind Ruhetage.

Teschow steht nicht mehr im Fahrplan

Neben den Rundfahrten auf dem See kennt die Barkasse auch in dieser Saison nur ein Ziel: die Anlegestelle an der Burgwallinsel. Teschow steht nicht mehr im Fahrplan. Nicht nur, weil es das Schloss-Hotel nicht mehr gibt, sondern weil das Wasser hier zum Anlegen auch zu flach sei, wie Adolf Schlaak berichtet: „Die ,Regulus‘ würde hier gar nicht mehr rankommen.“

Die Barkasse fährt seit dem Jahr 2002 wieder auf dem Teterower See. Gebaut worden war das Schiff bereits 1910 auf der Hitzler-Werft in Hamburg und fuhr dann 20 Jahre auf der Müritz, bevor es nach Teterow kam. Bei Kriegsende 1945 versenkten russische Soldaten das Boot. Bis 1999 steckte es im morastigen Grund. Teterower Segler initiierten mit Unterstützung von Sponsoren die Bergung und den Wiederaufbau.

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