Zu oft blieben die Stühle in der Gaststätte „Zum Strandkorb“ in dieser Saison leer. Jetzt zieht der Betr
Zu oft blieben die Stühle in der Gaststätte „Zum Strandkorb“ in dieser Saison leer. Jetzt zieht der Betreiber die Reißleine. Thomas Koch
Energiekrise

Restaurant an Malchiner See gibt auf wegen hoher Strom- und Gaspreise

Der Traum ist ausgeträumt. Eine Gaststätte zieht jetzt die Reißleine. Die hohen Strom- und Gaskosten kann der Gastronom einfach nicht mehr stemmen.
Teterow

Für Radfahrer und Wanderer war es seit Jahren ein beliebtes Ziel. Wer sich von Schorssow auf den Weg macht Richtung Malchiner See, der hat nicht selten einen Zwischenstopp in Dahmen eingelegt, um sich im Restaurant „Zum Strandkorb“ zu stärken, einfach den Blick auf das Wasser zu genießen und sich an dem idyllischen Kleinod zu erfreuen. Ob es hier auch noch in Zukunft eine gastronomische Einrichtung geben wird, dahinter steht ein großes Fragezeichen.

Lesen Sie auch: Werden Restaurants und Hotels 2023 noch existieren?

Betreiber hat sich Entscheidung nicht leicht gemacht

Der Betreiber der „Strandkorb“-Gaststätte, Jürgen Vater, hat jetzt angekündigt, dass er die Lokalität Mitte Oktober aufgeben wird. Eine Entscheidung, die er sich nicht leicht gemacht habe, wie er gesteht. Schließlich habe er sich hier vor vier Jahren einen lang gehegten Traum erfüllt. „Eine Lokalität mit Seeblick“, das war schon immer mein Wunsch“, erzählt der Gastronom.

Explodierende Kosten für Strom und Gas ausschlaggebend

In den ersten beiden Jahren seien die Geschäfte hier auch noch sehr gut gelaufen. Aber mit Corona habe die Fahrt bergab begonnen. Mit den jetzt explodierenden Kosten für Strom und Gas bleibe ihm gar nichts anderes übrig, als endgültig die Reißleine zu ziehen und aufzugeben, sagt Vater.

Lesen Sie auch: Gastronomen schauen mit Sorge auf den Winter

Um die Corona-Zeit zu überbrücken, habe er in den vergangenen Jahren immer wieder Geld aus seinem Sanitärbetrieb in die Gaststätte gesteckt. Das sei einfach nicht mehr möglich. Noch immer warte er zudem auf die letzten Corona-Überbrückungshilfen. Das habe die Situation zusätzlich verschärft. Die sich dem Ende neigende Urlaubssaison sei auch alles andere als gut verlaufen.

Lesen Sie auch: 2G plus wirkt für Restaurants in MV „wie ein Lockdown”

Umsätze um 75 Prozent zurückgegangen

Die Umsätze im „Strandkorb“ seien um etwa 75 Prozent zurückgegangen. „Es war einfach spürbar, dass die Leute ihr Geld angesichts der Situation zusammenhalten. Und wenn auch auf dem benachbarten Campingplatz weniger Gäste Station machen, dann wirkt sich das natürlich auch auf unser Geschäft im „Strandkorb“ aus“, erklärt Vater.

Lesen Sie auch: Teure Lebensmittel - Was können sich die Leute beim Einkauf noch leisten?

Auch Lebensmittel und Getränke teuer

Und es sei ja nicht nur so, dass die Energiepreise steigen, auch die Kosten für Lebensmittel und Getränke seien in die Höhe geschnellt. Auch das sei ein Grund, warum es für Vater und sein Team am Dahmener Strand nicht weitergeht. Ob es einen neuen Pächter für die Gaststätte geben wird, das könne er noch nicht sagen. Gehört habe er davon, dass der Eigentümer mit einem Interessenten verhandelt. Der „Strandkorb“ ist nicht die erste gastronomische Einrichtung, die in Dahmen die Segel streicht. Im vergangenen Jahr hatte bereits das beliebte Café von Birgit Klinder aufgegeben.

zur Homepage