Stadtmühle Teterow

Restaurants leiden unter fehlenden Fachkräften

Es klemmt überall, vor allem an qualifiziertem Personal in der Gastronomie. Nun macht auch noch die beliebte Stadtmühle in der Teterower Innenstadt die Lichter aus – zumindest zeitweilig.
Das tut weh: Die Stadtmühle im Herzen der Teterower Innenstadt schließt künftig abends und an Wochenenden. Der
Das tut weh: Die Stadtmühle im Herzen der Teterower Innenstadt schließt künftig abends und an Wochenenden. Der Ruhetag Mittwoch indes ist gestrichen. Silke Voß
Teterow

Wer dieser Tage oder genauer Abende hungrig vor verschlossener Türe steht, muss sich darauf einstellen: Die Stadtmühle Teterow wird künftig bis auf Weiteres schließen – jedenfalls abends und an den Wochenenden. Das Gerücht hatte schon die entsetzte Runde gemacht, das beliebte Restaurant würde ganz dicht machen. Aber auch wenn das historische Gasthaus nach wie vor mittags zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr geöffnet bleibt, so schlägt das doch ins Kontor des kulturellen Alltagslebens der Stadt. Immerhin gibt es jetzt neben der Klause kaum noch ein klassisches Restaurant im Herzen der Altstadt. Inhaber Helge Apelt blutet nach eigenem Bekunden das Herz. „Aber ich muss die Reißleine ziehen. An normalen Tagen war die Gaststätte abends öfter nicht so gut besucht. Teterow ist dahingehend einfach ein schwieriges Pflaster.“ Vor allem aber könne er kein Fachpersonal bekommen. Und so konzentriere er sich nun auf eine Herzensangelegenheit: Die Verköstigung von Kindern. Apelt will das Catering ausbauen.

Frische Lebensmittel aus der Region

Schon jetzt versorgt die Mühle etwa 170 Schüler der Benjamin-Schule. Mit weiteren Einrichtungen laufen Gespräche. „Wir werden eine Plattform schaffen, die deutschlandweit gerade in ländlichen Gebieten dieses Konzept verbreitet: kurze Wege, kurze Warmhaltezeiten, kein Müll durch Verzicht auf Plastik.“ Daneben bleibe der Anspruch, frische Lebensmittel aus der Region zu verarbeiten. Zudem wolle sich die Gastwirtschaft auf den Mittagstisch konzentrieren. Das Schlagwort lautet „Schneller Teller“. Neben dem günstigen Mittagstisch werde ein Außer-Haus-Verkauf abgewickelt. Auch hier wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. „Wer seine eigene Essensbox mitbringt, bekomme das Essen günstiger. Somit können wir auf Plastikverpackungen verzichten.“

Wird hier nicht eine Stätte gepflegter Gastronomie zu „gehobener Kantinenversorgung“? Apelts Antwort ist ein klares Nein. „Regelmäßige Event-Abende und Konzerte werden angeboten.“ Darüberhinaus öffne sich die Mühle für Familien- und Firmenfeiern. Wie es sommers weitergehe, sei noch unklar. Wenn aber viele Touristen erwartet werden wie Pfingsten oder zum Töpfermarkt, solle die Stadtmühle selbstverständlich auch geöffnet sein. Mit dem derzeitigen Personalbestand aber sei der Ganztagsbetrieb über die Woche nicht zu stemmen. „Unser Koch steht ab morgens um 8 Uhr in der Küche. Da kann er nicht abends auch noch arbeiten.“ Das betrifft aber nicht nur die Mühle.

Ähnlich geht es auch Tobias Moshack. Mittlerweile im dritten Geschäftsjahr, bewältigt der junge fränkische Koch den florierenden Restaurantbetrieb am Teterower Bahnhof mit seinem Dreier-Team nahezu allein am Herd. Auch ihm fehlt qualifiziertes Personal. Und auch für ihn ist die Schließzeit der Mühle ein Schlag ins Kontor. Denn „wenn die jetzt abends zu hat, kann ich meine Gäste, wenn es bei uns zu voll ist, nicht mehr dorthin schicken.“

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