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Rettungsdienst geht eigene Tarifwege

Weitere Warnstreiks beim Rettungsdienst muss jetzt rund um Teterow niemand mehr fürchten. Für den geforderten Tarfivertrag bietet der DRK-Kreisverband Güstrow seinen Nothelfern jetzt eine neue Chance. Der Verband gliedert diesen Bereich aus.

Der Streik im vergangenen Jahr war der letzte Anstoß, den Rettungsdienst des DRK Güstrow als eine gemeinnützige GmbH auszugliedern.
Christian Menzel Der Streik im vergangenen Jahr war der letzte Anstoß, den Rettungsdienst des DRK Güstrow als eine gemeinnützige GmbH auszugliedern.

Ab 1. Juli wird der Rettungsdienst des DRK Güstrow als eigenständige gemeinnützige GmbH geführt. Der Kreisverband ist einziger Gesellschafter. Das erklärte DRK-Vorstandschef Peter Struve auf der Kreisversammlung. Damit sei der Weg für die circa 100 Retter frei, einen vom Kreisverband unabhängigen Tarifvertrag auszuhandeln.

Letzter Anstoß für diese Entscheidung waren die Streiks im vergangenen Jahr. Damals hatte der Rettungsdienst einen an den öffentlichen Dienst angelehnten Tarifvertrag gefordert. Das war für den Kreisverband nicht verhandelbar, zumal alle anderen Bereiche nicht beachtet wurden, erklärte Struve. „Über die Ausgliederung hatten wir schon längere Zeit nachgedacht. Der Warnstreik war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“ Als Geschäftsführer der gGmbH wird Andreas Bojarra, bisher Leiter Rettungsdienst im Kreisverband, fungieren.

In der Rettungswache Teterow sehen die Kollegen in der Ausgliederung eine Chance, ihren Forderungen näher zu kommen. Solche Ausgründungen liegen im Trend, weiß Jörg Krüger, Leiter der hiesigen Wache. Er verweist auf das Krankenhaus und das Bildungszentrum, die ebenfalls als eigenständige gemeinnützige Gesellschaften betrieben werden. „In dem kleineren Rahmen ist es praktikabler, zu einem Tarifvertrag zu kommen als in dem großen Verband“, ist er überzeugt. Dabei macht er deutlich, dass es den Kollegen um weit mehr als die Entlohnung geht. „Der Tarifvertrag regelt auch Urlaubsansprüche, Überstundenvergütung und die Gewährung von Freizeit.“