Hat ein großes Herz für seine Heimatstadt: Thomas Gütschow. Mit der Gründung eines regionalen Wirtschafts
Hat ein großes Herz für seine Heimatstadt: Thomas Gütschow. Mit der Gründung eines regionalen Wirtschaftsvereins will er hier Akzente setzen. Thomas Koch
Engagement

Rückkehrer will Teterower Wirtschaft mit Verein neue Impulse geben

Das Thema Wirtschaftsförderung sieht der Teterower Thomas Gütschow in seiner Heimatstadt ziemlich stiefmütterlich behandelt. Das will der 53-Jährige ändern.
Teterow

Seine Heimatstadt hat er nie aus den Augen verloren. Auch wenn es ihn gleich nach dem Abitur in die „weite Welt“ verschlagen hatte, er nach einer Banklehre in Hamburg in Metropolen wie München, Frankfurt, Berlin und in der Schweiz beruflich unterwegs war. Seit einigen Monaten hat Thomas Gütschow seinen Lebensmittelpunkt wieder in Teterow (Landkreis Rostock). Hier will der 53-Jährige fortan nicht nur sesshaft werden, sondern sich auch einbringen ins städtische Leben und dafür sorgen, auch in Zukunft in einer lebenswerten Stadt zu Hause zu sein.

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In der Schweiz Mitbegründer eines Wirtschaftsvereins

Gütschows Steckenpferd ist die Wirtschaft. Der Finanzfachmann war in der Schweiz Mitbegründer eines Wirtschaftsvereins, der im Land der Eidgenossen bis heute Akzente setzt. Diese Erfahrungen will er nun auch in seiner Heimatstadt einbringen und sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

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Eigenen Fachbereich im Rathaus angeregt

Dass Teterow sein Potenzial noch lange nicht ausnutzt, davon ist er überzeugt. In den vergangenen Monaten hat er immer wieder das Gespräch mit Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) gesucht und Vorschläge unterbreitet, wie man der Wirtschaft in der Stadt neue Impulse geben kann. Mit seinen Vorschlägen wurde Gütschow dabei auch ganz konkret. Im Rathaus, sagt er, sei der ganze Bereich Wirtschaftsförderung völlig unterrepräsentiert. Die Verwaltung braucht seiner Ansicht nach einen Fachbereich, die sich ausschließlich um das Thema Wirtschaft kümmert. Das könne in einem Rathaus nicht nebenbei laufen, wie es derzeit der Fall sei – und das laufe offenbar nicht sonderlich erfolgreich. Arbeit für so eine Stabsstelle gebe es mehr als genug: „Ansiedlungsberatung, Einwerbung von Fördermitteln, Pflege bestehender Unternehmen, Förderung des Tourismus, Aufbau eines regionalen Wirtschaftsnetzwerkes – das sind Felder, die in Teterow derzeit ziemlich brachliegen“, hat er festgestellt. Das könne auch ein Citymanager nicht leisten, den die Stadt ohnehin schon seit Monaten vergeblich suche.

Akzente setzen auch ohne Verwaltung

Beim Bürgermeister seien seine Vorschläge aber nicht auf Wohlwollen gestoßen. Der habe ihm gegenüber erklärt, dass er nichts davon halte, einen Fachbereich für Wirtschaftsförderung im Rathaus zu etablieren. Auch wenn das für ihn unverständlich sei, will sich Thomas Gütschow davon nicht ausbremsen lassen. Akzente in der Stadt könne man auch setzen, ohne dass man dabei das Rathaus im Boot hat.

Burgwallinsel und Bergring unter Wert verkauft?

Eine Möglichkeit dafür sieht er in der Gründung eines regionalen Wirtschaftsvereins. Mit dem Verein könne Unternehmen in der Stadt nicht nur eine einheitliche und starke Stimme gegeben werden, man könnte auf diese Weise auch viele Themenfelder beackern, die die Stadt leider nicht besetze. „Allein, wenn ich an die Potenziale denke, die wir im Bereich Tourismus haben. Wir haben mit der Burgwallinsel eine Perle in der Stadt, die wir derzeit aber vollkommen unter Wert verkaufen. Ähnlich sieht es aus mit dem Bergring. Auch hier sind die Möglichkeiten, die wir haben, längst nicht ausgeschöpft“, meint Gütschow.

Arbeit und Betätigungsfelder gebe es für einen möglichen Wirtschaftsverein mehr als genug. Seit Wochen ist Gütschow dabei, mit der Kommunalpolitik und mit Unternehmern in der Stadt zu sprechen und sie für seine Idee zu begeistern. Bisher habe er nur positive Reaktionen erhalten. Sein Ziel sei es, den Verein im ersten Quartal des kommenden Jahres zu gründen.

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Kommentare (1)

Neunmalkuge Rückkehrer werden hierzulande für gewöhnlich nicht mit offenen Armen empfangen. Eher das Gegenteil ist der Fall!