BAUSTART MIT PANNEN

Ruhe auf Baustelle alarmiert Levitzower

Die dritte Woche schon ist die Ortsdurchfahrt der L 23 in Levitzow gesperrt. Doch gebaut wird dort nicht. Die Firma Eurovia räumt unvorhergesehene Schwierigkeiten ein.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Bewegt hat sich der Bagger in Levitzow seit Tagen keinen Zoll. Die Ruhe auf der Baustelle wird den betroffenen Anwohnern langs
Bewegt hat sich der Bagger in Levitzow seit Tagen keinen Zoll. Die Ruhe auf der Baustelle wird den betroffenen Anwohnern langsam unheimlich. Eberhard Rogmann
Zum Sammelplatz wurden die gelben Tonnen vergangene Woche von der Baufirma geschafft, doch geleert wurden sie dort nicht.
Zum Sammelplatz wurden die gelben Tonnen vergangene Woche von der Baufirma geschafft, doch geleert wurden sie dort nicht. Eberhard Rogmann
Levitzow.

Auf der Baustelle in der Ortsdurchfahrt Levitzow herrscht Ruhe. An der Bushaltestelle steht ein Transporter der Firma Eurovia. Darin sitzen zwei Arbeiter über eine Bauzeichnung gebeugt und diskutieren. Das sieht geschäftig aus. Doch der Eindruck trügt. Loslegen wird die Firma an diesem Tag mit dem Tiefbau noch nicht, verraten die beiden. Das stößt Anliegern sauer auf. „Die haben hier am 23. September die Straßensperre aufgestellt und in den zwei folgenden Tagen den Straßenbelag abgefräst. Seither ist nichts passiert“, schreibt ein Betroffener an die Nordkurier-Redaktion. Dabei ist diese Straße eine wichtige Verkehrsader in der Region. Über sie ist der nordöstliche Teil des Landkreises an das Mittelzentrum Teterow angebunden. Jetzt müssen Fahrzeuge einen erheblichen Umweg über Groß Wüstenfelde und Matgendorf machen. Noch bis Ende Januar 2020, wie angekündigt wurde.

Heiko Massasek hält mit seiner Kritik nicht hinterm Berg. „Ab und zu sieht man jemand von der Baufirma, aber dass hier gearbeitet wird, davon kann keine Rede sei.“ Er weist auf die aufgetürmte Halde des Fräsgutes am Straßenrand. „Jetzt haben sie uns ja wenigstens eine provisorische Grundstücksauffahrt aufgeschüttet. Aber wenn’s hier ins Erdreich geht, kommt man mit dem Auto nicht nach Hause.“ Er habe sich schon einen Weg von der Rückseite über den Acker gebahnt. Doch damit ist es vorbei, wenn Dauerregen einsetzt, ist dem Levitzower klar.

Die große Sorge der Dorfbewohner besteht darin, dass der Bauablauf in Verzug gerät. Wenn’s schon zu Beginn hapert, verstreicht wertvolle Zeit und das könnte allen später bitter auf die Füße fallen. „Keiner weiß, wann Schnee und Frost einsetzen. Dann geht gar nichts mehr. Noch im Dezember sollte der neue Asphalt liegen. Aus heutiger Sicht könnte das bis zum Frühjahr dauern“, mutmaßt Heiko Massasek.

So schwarz sehen die Bauleute die Perspektive nicht. Allerdings räumen sie einen Zeitverzug ein. Der ist zum einen dadurch entstanden, dass die Schwarzdecke nicht wie geplant abgetragen werden konnte. Denn unter dem Bitumen lag grober Schotter. Um dem beizukommen, müsse eine andere Technologie zum Einsatz kommen, erklärt Jens Behn, Leiter der Amtsverwaltung Mecklenburgische Schweiz nach Rücksprache mit dem Bauleiter von Eurovia. Darüber hinaus gebe es Lieferschwierigkeiten für spezielle Kanalteile. Insgesamt sei der Terminplan aus heutiger Sicht aber nicht in Gefahr. Was indes Sorge bereitet, sind Kraftfahrer, die die Umleitung ignorieren und trotz der Absperrung durch die Baustelle brettern.

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