SCHULDISKUSSION

Runder Tisch soll Zukunft der Darguner Schule klären

Woran liegt es, dass so viele Eltern mit ihren Kindern dem Darguner Schulzentrum den Rücken gekehrt haben? Darüber rätseln nun auch die Stadtvertreter und suchen nach einem Konzept für die Zukunft.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Ein Parkplatz nur für die Grundschule – solche Schilder könnten sich am Darguner Schulzentrum vielleicht bald
Ein Parkplatz nur für die Grundschule – solche Schilder könnten sich am Darguner Schulzentrum vielleicht bald erledigt haben, sollte es zu einer Zusammenlegung oder Auflösung der beiden Schulen kommen. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Ein Runder Tisch soll es nun richten: Darguns Grundschulleiterin Rita Schaffrinna hat Eltern, Lehrer und Stadtvertreter zu einer gemeinsamen Runde eingeladen, um über die Zukunft des Schulzentrums zu diskutieren. Doch das scheint gar nicht so einfach zu sein, wie am Dienstagabend in der Sitzung des Hauptausschusses deutlich wurde. „Die Regionale Schule hat uns mitgeteilt, dass sie an einem solchen Treffen nicht teilnehmen wird“, sagte Vize-Bürgermeisterin Roswitha Trost. Regionalschulleiterin Madlen Frankowiak-Gläßer erklärte auch warum: Sie dürfe sich nicht öffentlich zu Schulangelegenheiten äußern – Anweisung aus dem Schulamt. Rita Schaffrinna hat noch ein anderes Problem: Sie würde ihren Runden Tisch gern als öffentliche Veranstaltung deklarieren, nur eben keine Presse dabei haben wollen, was schlecht möglich ist, wie Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) gleich klarstellte.

„Wir müssen nun überlegen, ob ein Runder Tisch überhaupt der richtige Weg ist“, gab nun Roswitha Trost zu bedenken. Neben dem Vorschlag der Stadtverwaltung, die Grundschule aufzulösen und der Regionalschule anzugliedern, macht inzwischen eine neue Idee die Runde, wie die Vize-Bürgermeisterin durchblicken ließ. Danach hat die Wählervereinigung ins Gespräch gebracht, beide Schulen aufzulösen, damit dann eine ganz neue Schule mit einer neuen Leitung eröffnet werden kann.

Nur punktuelle Meinungen

Die Stadt Dargun ist in Zugzwang geraten, nachdem etliche Eltern ihre Kinder lieber an andere Schulen im Umfeld schicken, was sich bei der Einschulung im August deutlich gezeigt hatte. Über die Ursachen wird seit Monaten in Dargun heftig gestritten. Auch die Hauptausschussmitglieder fühlten sich am Dienstagabend nur unzureichend informiert. „Es sind alles nur punktuelle Meinungen, die wir zu hören bekommen. Mal sind welche dafür, mal wieder dagegen“, beschrieb etwa Dirk Westphal (WVD) die Situation. Bürgervorsteherin Susan Schwebke sprach sogar von einem „Krieg“, der hier geführt werde. „Wir sind alle etwas mit dem Thema überfallen worden. Wir brauchen mehr Meinungen von Eltern und Lehrern. Für mich geht das alles zu schnell hier“, sagte Susan Schwebke und fragte schließlich, warum denn unbedingt noch in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen werden müsse.

Dass die Zeit drängt, machte Roswitha Trost deutlich. So sehe etwa das Bildungsministerium den Bestand der Darguner Schule ab dem Schuljahr 2027/28 als gefährdet an. Der Seenplatten-Landkreis habe dieser Einschätzung allerdings inzwischen widersprochen.

In Dargun wollen die Stadtvertreter nun weiter das Gespräch mit Eltern und Lehrern suchen. Die Grundschulleiterin wolle mit dem Schulamt klären, ob der von ihr ins Gespräch gebrachte Runde Tisch stattfinden darf, wie Bürgermeister Wellnitz am Mittwoch auf Nachfrage bestätigte. Eine Entscheidung über die Zukunft des Schulzentrums werde schließlich die Stadtvertretung treffen. Wann das sein wird, ist indes offen.

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