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Kaputte Brücke

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Schnell-Reparatur für Engpass auf A20-Umleitung

Seit vielen Jahren ist die Brücke über den Darguner Röcknitzbach nur noch einspurig befahrbar. Wegen der A20-Entlastung sollen nun plötzlich schon nach kurzer Umbauzeit wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.
Seit vielen Jahren ist die Brücke über den Darguner Röcknitzbach nur noch einspurig befahrbar. Wegen der A20-Entlastung sollen nun plötzlich schon nach kurzer Umbauzeit wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.
Torsten Bengelsdorf

Seit Jahren nervt Autofahrer auf der B110 eine einspurige Brücke bei Dargun. Weil die Strecke nun als Entlastung für die A20 gebraucht wird, stellt sich auf einmal heraus: So kaputt ist die Brücke gar nicht.

Auch an diesem Wochenende wird es im Verkehrsfunk wohl wieder zu hören sein: Reisende müssen sich nicht unbedingt an den Stau vor dem A20-Loch bei Tribsees anstellen, sondern können ganz entspannt über die B110 ausweichen. Die Bundesstraße sei trotz solcher Empfehlungen – die auch auf Hinweistafeln vor der A20-Abfahrt Tessin zu sehen sind – immer noch relativ gering belastet, schätzt das Straßenbauamt in Neustrelitz ein. Allerdings: Mit Zahlen kann die Behörde dies nicht belegen. Die letzte Verkehrszählung auf der Bundesstraße stammt aus der Zeit, in der die B110 als A20-Umleitung noch ein Geheimtipp war.

Und trotzdem hat das Straßenbauamt in Neustrelitz in dieser Woche eine Entscheidung getroffen, die aufhorchen lässt. „Wir wollen das Nadelöhr auf der Bundesstraße bei Dargun möglichst schnell beseitigen“, bestätigte Dezernent Andreas Herold am Freitag auf Anfrage des Nordkurier. Was er meint, ist die seit Jahren nur noch einspurig befahrbare Brücke über den Röcknitzbach am Darguner Stadtrand in Richtung Gnoien.

Erneuerung der Brücke wegen A20 gestoppt

Eigentlich sollte die Brücke in diesem Jahr zusammen mit der Abfahrt nach Glasow komplett erneuert werden. Doch wegen der A20-Panne habe man das Vorhaben gestoppt und geht nun den umgekehrten Weg. Statt die marode Brücke durch einen Neubau zu ersetzen, soll sie nun stabilisiert und wieder auf zwei Spuren aufgeweitet werden.

„Das Konzept, wie das genau geschehen kann, ist noch nicht von allen Seiten bestätigt worden“, räumt Herold ein. Es würden da noch verschiedene Varianten geprüft. Überraschend dabei: Ganz so kompliziert scheint es gar nicht zu sein, das Nadelöhr zu entschärfen: „Wir gehen bei den notwendigen Bauarbeiten von einer kurzzeitigen Sperrung der Brücke für etwa ein Wochenende aus“, erläutert der Dezernent. Das Ganze soll im Herbst, also erst nach dem Ferien-Reiseverkehr, über die Bühne gehen.

Autofahrer unterschätzen den Engpass häufig

Die eingeengte Fahrbahn über den Röcknitzbach führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil nicht jeder Autofahrer mit der eigentlich eindeutigen Vorfahrtregelung klarkommt. Deshalb kracht es an dem Engpass auch immer mal wieder. Um so erstaunlicher ist es, dass die Verkehrsbehörden nicht eher auf die Idee gekommen sind, die Brücke für einen Übergangszeitraum bis zu einem Neubau zu ertüchtigen, sondern sich nun erst durch das A20-Desaster dazu genötigt fühlen. Die Experten, die die Brücke untersucht hatten, sind offenbar sogar zu dem Schluss gekommen, dass das Bauwerk auch mit der zweispurigen Belastung der A20-Umleitung noch mehrere Jahre halten dürfte.

Wie lange denn nun aber genau die B 110 als Not-Ausweich-Route für die Autobahn frei gehalten werden muss, ist derzeit noch ungewiss. Allerdings stellt man sich wohl auch im fernen Neustrelitz darauf ein, dass künftig noch mehr Reisende die Bundesstraße der Autobahn vorziehen. Bis zum Herbst – so hatte das Verkehrsministerium angekündigt – sollen nämlich an der Autobahn zusätzlich zu den Hinweisschildern noch elektronische Anzeigetafeln installiert werden, die die aktuellen Fahrzeiten über die A20 mit denen auf den Entlastungsstrecken wie der B110 vergleichen. Bei längeren Staus am A20-Loch dürften sich dann wohl noch weitaus mehr Autofahrer für die Bundesstraße entscheiden als derzeit.