Breitbandversorgung

:

Schnelles Internet erreicht Teterow nur ganz langsam

Kabelgraben trifft man seit Monaten im Stadtgebiet von Teterow auf Schritt und Tritt. Irritationen bleiben da nicht aus, und das nicht nur, wenn Fußgänger auf die gegenüberliegende Straßenseite verwiesen werden, wo ebenfalls gebuddelt wird.  
Kabelgraben trifft man seit Monaten im Stadtgebiet von Teterow auf Schritt und Tritt. Irritationen bleiben da nicht aus, und das nicht nur, wenn Fußgänger auf die gegenüberliegende Straßenseite verwiesen werden, wo ebenfalls gebuddelt wird.
Eberhard Rogmann

Höchst skeptisch blieb man in Teterow hinsichtlich vollmundiger Versprechen aus Berlin für den Breitbandausbau. Zurecht, denn in der Fläche tut sich nichts.

Schnelles Internet für alle hatte die Bundeskanzlerin vor Jahren schon versprochen und als Zielmarke 2018 genannt. Davon kann keine Rede sein. Das letzte Quartal des Jahres steht bevor und trotz Förderzusagen in Millionenhöhe hat sich wenig getan. In Teterow hatte man die Zeichen der Zeit schon vor Längerem erkannt und die Angelegenheit in die eigenen Hände genommen. Die Stadtwerke sind dabei, ein eigenes Kabelnetz für die Breitbandversorgung zu verlegen. Auch sie hatten sich das Jahresende 2018 zum Ziel gesetzt. Vier Firmen buddeln seit Monaten Straßenzug um Straßenzug auf und versenken die Leitungen ins Erdreich. Das anhaltend trockene Sommerwetter spielte ihnen in die Hände. Witterungsbedingte Verzögerungen gab es nicht.

Zeitverzug gilt nicht als dramatisch

Dennoch wird der Zeitplan nicht zu halten sein, räumt Klaus Reinders, Geschäftsführer der Stadtwerke, ein. „Wir kommen insgesamt gut voran. Doch an einigen Stellen werden wir die Arbeiten erst im kommenden Jahr zum Abschluss bringen.“ Der Zeitverzug sei indes nicht dramatisch, die Bereitstellung des schnellen Internetanschlusses verschiebe sich nur um wenige Wochen.

Die Bereitschaft der Teterower, den Netzanbieter zu wechseln, sei bislang zufriedenstellend und bewege sich in den erwarteten Bahnen. „Allerdings arbeiten wir uns von den bislang unterversorgten Randgebieten ins Stadtzentrum vor. Dort ist die Versorgung über andere Anbieter auf einem anderen Niveau. Hier werden wir die Kundenakquise forcieren müssen“, gibt Reinders zu bedenken.

Wer zahlt drauf?

Manche Teterower fragen sich, ob die Stadt wirklich drei Hardware-Anbieter braucht. So weist ein Nordkurier-Leser darauf hin, dass die Telekom für 2019 in Teterow flächendeckend eine Versorgung von 50  MB/s angekündigt habe. Vodafon biete bis zu 250 MB/s. Angesichts dieser Umstände sei fraglich, ob die Stadtwerke mit ihrem Netz jemals schwarze Zahlen schreiben werden und letztlich die Teterower Bürger draufzahlen. Ein Argument, dass nicht von der Hand zu weisen ist. Denn erste Einschnitte sind bereits zu verzeichnen. So bestätigte Bürgermeister Andreas Lange, dass die Stadtwerke für dieses und das kommende Jahr die bislang übliche Gewinnabführung in Höhe von 190.000 Euro an die Stadtkasse einstellen.

Netzausbau auf dem Land stagniert

Der scheidende Stadtwerkechef Klaus Reinders steht dennoch zu der Millionen-Investition. „Das geht weit in die Zukunft. Selbst wenn die Telekom die Datenrate noch einmal verdoppeln sollte, kommt ihre Technologie nicht an unser Netz heran. Wir erreichen Raten von 1000 MB, auch 2000. Das mag manchem heute noch gewaltig vorkommen, aber die Entwicklung in diesem Bereich verläuft rasant.“

Gute Aussichten für Teterow, aber jenseits der Stadtgrenzen sieht es ganz anders aus. Ungeachtet medienwirksamer Inszenierungen von Übergaben der Förderbescheide stagniert der Netzausbau auf dem platten Land. Für die Gemeinden der Ämter Gnoien und Mecklenburgische Schweiz sind derzeit die Ausschreibungen in Arbeit. Wie jüngst im Amtsausschuss Gnoien kolportiert wurde, habe die Telekom signalisiert, dass von der Auftragserteilung bis zur Abarbeitung schon mal 33 Monate ins Land gehen könnten.