Unsere Themenseiten

:

Schock für die Mieter: Ihr Haus wird abgerissen

Soll noch in diesem Jahr verschwinden: Der Wohnblock in der Heinrich-Heine-Straße 40 bis 42.
Soll noch in diesem Jahr verschwinden: Der Wohnblock in der Heinrich-Heine-Straße 40 bis 42.
Torsten Bengelsdorf

Unerwartete Post haben die Bewohner in der Malchiner Heine-Straße 40 bis 42 erhalten. Ihr Wohnhaus wird es bald nicht mehr geben, teilt ihnen die Wohnungsgesellschaft da mit. Wie kommt es zu dieser plötzlichen Entscheidung?

Das war keine schöne Oster-Überraschung: Ausgerechnet kurz vor den Feiertagen bekamen die Mieter im Wohnblock Heinrich-Heine-Straße 40 bis 42 Post von der Wohnungsgesellschaft Wogema. Ihr Plattenbau – der gleich neben dem Haus der Dienste steht – werde demnächst ein Fall für den Abriss-Bagger, teilte die Wogema den erstaunten Mietern mal schnell mit.

„Ich war gerade im Krankenhaus. Und da hat mir meine Frau von dem Schreiben lieber erst gar nichts gesagt. Erst als ich dann zu Hause war, habe ich davon erfahren“, berichtet Norbert Dombert.

Der 90-Jährige wohnt mit seiner Frau seit 37 Jahren in dem Haus. „Ich finde das so gemein, dass man uns nicht schon längst einmal darauf vorbereitet hat, dass das Haus abgerissen werden soll. Dann hätten wir uns doch längst schon einmal nach einer neuen Wohnung umschauen können“, sagt Norbert Dombert. Und er fragt: Hat sich den Block denn überhaupt mal jemand genau angesehen, bevor eine solche Entscheidung getroffen wird?

Nach der Wende kaum was investiert

Wogema-Geschäftsführer Günter Busse räumt ein, dass die Entscheidung ziemlich kurzfristig gefallen sei. „Ich spreche erst über den Abriss, wenn ich das Geld dafür in der Tasche habe“, meint Busse. In der Tasche hat er das Geld zwar noch nicht, doch Mitte März habe er eine Zusage aus Schwerin erhalten, dass die Wogema für den Abriss des Wohnblocks Fördermittel einplanen könne. Daraufhin seien die Mieter informiert worden, dies sei in der Tat erst kurz vor Ostern geschehen und wohl für viele eine Überraschung gewesen, sagt Busse.

Warum aber gerade dieser Block? Hier sei nach der Wende am wenigsten investiert worden. Außerdem stünde die Hälfte der 30 Wohnungen bereits leer. Für drei Mieter habe die Wogema in der vergangenen Woche schon den Umzug in andere Wohnungen besprochen, berichtet der Wogema-Chef. „Auch den anderen Mietern werden wir Wohnungen anbieten, die ganz bestimmt nicht schlechter sind als ihre bisherige“, so Busse.

Weiterführende Links