TETEROW

Schützen sagen Nein zu verschärften Waffen-Gesetzen

Ein Vorschlag von Grünen-Politiker Jürgen Trittin zu verschärften Waffen-Gesetzen stößt in Schützenvereinen der Region nicht auf Gegenliebe.
Sportschützen müssen Waffen und Munition voneinander getrennt in Waffentresoren aufbewahren.
Sportschützen müssen Waffen und Munition voneinander getrennt in Waffentresoren aufbewahren. Patrick Pleul
Reinhard Bischoff, der Vorsitzende des Schützenvereins Teterow, hat kein Verständnis für die Vorschläge vo
Reinhard Bischoff, der Vorsitzende des Schützenvereins Teterow, hat kein Verständnis für die Vorschläge von Jürgen Trittin, die Waffen zu konzentrieren. Eberhard Rogmann
Teterow.

Diesmal ist es ein Sportschütze, morgen ein Jäger. Wenn Reinhard Bischoff nach dem Anschlag von Hanau wieder die Forderungen nach schärferen Waffengesetzen hört, dann kann er nur mit dem Kopf schütteln. Besonders bringt den Vorsitzenden des Schützenvereins Teterow auf die Palme, was in dieser Diskussion der frühere Grünen-Chef Jürgen Trittin vorgeschlagen hat. Der will, dass Sportschützen ihre Waffen nicht mehr mit nach Hause nehmen dürfen, sondern diese im Verein einschließen müssen. Seine Fraktion im Bundestag regt in einem Aktionsplan an, dass Munition nur noch gelagert werden darf, wo auch geschossen werden darf.

„Das geht gar nicht und funktioniert nicht“, sagt Bischoff. Wie solle das gehen, 70 bis 80 Waffen eingesammelt an einem Ort? Das könne niemand absichern. „Wer soll darauf aufpassen?“, fragt der Teterower. Das sei unmöglich und völlig realitätsfern. Als Schützen seien sie alle an Gesetze gebunden. Die Waffen seien bei den Schützen zu Hause besser aufgehoben als gesammelt im Schützenheim. Waffe und Munition müssen daheim getrennt voneinander in Tresoren weggeschlossen werden. Das würden die Ordnungsämter kontrollieren. Gerade erst in der vorigen Woche sei das Waffengesetz novelliert worden, das im September in Kraft tritt. Die Gesetze würden ausreichen. Wer so etwas fordere wie Trittin, schwebe auf einer Wolke. Es sei Unsinn, was der Grünen-Politiker da von sich gegeben habe, so Reinhard Bischoff. Das sei einfach gedankenlos dahergesagt.

Strenge Vorschriften für Sportschützen

Reinhard Bischoff könnte sich in Rage reden: Es gebe in Deutschland sechs Millionen nicht erfasste „Schwarzwaffen“, da sollten die Politiker ihre Hausaufgaben machen, meint er. Jeder könne indes in drei Wochen einen Jagdschein machen und sich dann Lang- und Kurzwaffen zulegen. Bei Sportschützen seien die Vorschriften strenger, die bekämen unter einem Jahr keine Waffe, und auch nur, wenn sie einen Bedürfnisnachweis erbringen, einem Verband angehören. Es reiche nicht aus, im Schützenverein zu sein. Dazu könne man nicht in jeden Menschen hineingucken; jeder habe einen anderen Charakter. Der junge Mann in Hanau sei in keinem Raster drin gewesen und sei trotzdem ausgeflippt. Noch schärfere Gesetze würden dies nicht verhindern, so der Vorsitzende des Schützenvereins Teterow.

Auch Volker Krüger in Neukalen findet es absurd, dass Munition nur da gelagert werden soll, wo geschossen werden darf. Das wäre auf dem Schießstand und die lägen außerhalb der Ortschaften. Die müssen nämlich mindestens 300 Meter weg sein. Dort wären Waffen und Munition erst recht nicht mehr sicher, meint der 1. Eldermann der Schützenzunft. Er sehe dann die Gefahr, dass hier dann eingebrochen werde. In Dargun, wo sie schießen, liege der Stand im Wald. Die Gesetze seien bereits verschärft worden und völlig ausreichend. „Sie müssen entsprechend nur umgesetzt werden“, sagt Krüger.

Die Regeln für Sportschützen seien viel strenger geworden. Von den 120 Mitgliedern der Schützenzunft seien 60 aktiv, die einen Sachkundelehrgang absolviert und Waffen haben. Wegen der immer strengeren Regeln hätten die ersten zwei, drei Schützen bereits die Waffe abgegeben und seien aus dem Verein ausgetreten, weil sie unter diesen Umständen den Sport nicht mehr ausüben wollen.

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Kommentare (1)

... Politiker der eine Verschärfung des Waffengesetzes fordert sollte erst ein mal den Beweis erbringen, das die letzte Verschärfung ein Gewinn an Sicherheit war. Also reiner Populismus. Der Herr Trettin ist Politiker und kein Fachmann.