FRÜHJAHRSPUTZ

Schuften für ein sauberes Malchin

Einen Vormittag lang räumten Malchiner beim Frühjahrsputz auf. Was sie dabei in der Landschaft fanden, verschlug ihnen manchmal sogar die Sprache.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Eckhard Wiegert (links) und Peter Laabs vom Stadtbauhof luden den gesammelten Müll auf den Hänger. Beide mussten mehrmals fahren, so viel Säcke voll sammelten sich an.
Eckhard Wiegert (links) und Peter Laabs vom Stadtbauhof luden den gesammelten Müll auf den Hänger. Beide mussten mehrmals fahren, so viel Säcke voll sammelten sich an. Kirsten Gehrke
Nicht nur Rasenmäher, Vlies und Flaschen fanden Silke Ebeling und Lothar Soldwisch am Bahndamm, sondern auch volle Säcke mit Müll, die achtlos weggeworfen wurden.
Nicht nur Rasenmäher, Vlies und Flaschen fanden Silke Ebeling und Lothar Soldwisch am Bahndamm, sondern auch volle Säcke mit Müll, die achtlos weggeworfen wurden. Kirsten Gehrke
Malchin.

So ein Frühjahrsputz in Malchin war offenbar wieder mal bitter nötig. Was manche Menschen in die Natur werfen, fanden die Mitstreiter unfassbar. Die Malchiner waren gerade zehn Minuten ausgeschwärmt, da waren schon mehrere Säcke mit Müll gefüllt. Allein im Bereich hinter dem Lidl-Markt, am Garagenkomplex bis Bahndamm und Fabrikstraße, landeten Vlies, Dachpappe, Scheinwerfer, Fahrrad- und Mopedreifen, Plasteflaschen, Büchsen, kaputte Steintöpfe, Kanister, Gummistiefel, Asbest und sogar ein alter Rasenmäher in den Sammelbehältern. Drei Rollen mit jeweils 25 Müllsäcken hatten die Stadtbauhof-Mitarbeiter mitgebracht. „Das wird knapp“, meinte Eckhard Wiegert schon nach einer Stunde Subbotnik. Er und sein Kollege Peter Laabs mussten etliche Fuhren Müll abfahren.

Einen alten Rasenmäher aus dem Gebüsch gezogen

Anderer Leute Dreck wegzuräumen, dafür war sich Sebastian Bremer nicht zu schade. „Sonst bleibt es ja liegen“, meinte der junge Mann, der zum ersten Mal dabei war. „Es ist gut für die Stadt.“ Dass illegal viel Müll weggeworfen werde, das wisse er, aber dass Leute ganze Säcke befüllt auf diese Weise entsorgen, das habe er nicht erwartet. Das konnte auch Cornelia Gillert nicht verstehen. Mit der Mülltonne in der Miete bezahle jeder für die Entsorgung. „Es braucht also keiner Müll in die Landschaft kippen.“

Als Silke Ebeling gar einen alten Rasenmäher aus dem Gebüsch am Bahndamm zog, verschlug es ihr die Sprache. Da konnte sie nur mit dem Kopf schütteln. Die Aktion der Stadt finde sie wichtig, deshalb habe sie sich diesmal auch den Termin vorgemerkt, um das erste Mal dabei sein zu können. Wie auch Ute Bremer. Sie wolle helfen, dass die Stadt sauberer werde, sagte sie. „Das ist meine Stadt“, erklärte indes Mario. Die Leute würden sich immer über den Dreck beschweren, die Schüler für den Klimaschutz demonstrieren. „Aber Machen ist das Ding“, meinte er.

Viele Ecken vollgemüllt

Das sah auch der 68-jährige Wolfgang Witt so. „Wir können ja nicht im Dreck ersticken“, meinte er und packte an. Er ärgerte sich, dass viele ihren Dreck einfach hinschmeißen. Früher sei das stärker kontrolliert und geahndet worden. Er habe gelernt, Müll in den dafür vorgesehenen Behälter zu werfen. So etwas wie heute habe es nicht gegeben.

Malchins Bürgermeister Axel Müller weiß, dass es in der Stadt immer wieder Dreckecken gibt, wie nahe Zachow, an der abgewrackten Gartenanlage nahe Koesters Eck oder auf Spielplätzen im Allgemeinen. Auch andere Ecken würden vollgemüllt. Malchiner hätten ihn gefragt, ob die Stadt nicht wieder zum Frühjahrsputz aufrufen wolle, nachdem im vergangenen Jahr Pause war. So sei der Termin am Wochenende entstanden.

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