Hunderte tote Ferkel

Schweine-Züchter aus Gülzow vermutet bösen Streich

Den Anblick von über 400 toten Ferkeln kann Landwirt Helmut Peters nicht vergessen. Er überlegt, was hinter der Tat stecken könnte.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Insgesamt 3000 Schweine, darunter 700 Sauen, stehen in den Ställen der Ferkelproduktion in Gülzow.
Insgesamt 3000 Schweine, darunter 700 Sauen, stehen in den Ställen der Ferkelproduktion in Gülzow. Eckhard Kruse
In den Ställen der Ferkelproduktion in Gülzow erstickten 416 junge Schweine.
In den Ställen der Ferkelproduktion in Gülzow erstickten 416 junge Schweine. Eckhard Kruse
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Gülzow.

Der Gülzower Schweinezüchter Helmut Peters hat noch die Bilder von den 416 toten Ferkeln im Kopf. Einen Tag vor Weihnachten fand er die Tiere verendet in seinem Stall. Es waren Bilder, wie er sie in den 26 Jahren als selbstständiger Landwirt noch nie gesehen hat. „Die Ferkel waren blau angelaufen“, schildert er, „und wegen der Hitze aufgedunsen.“ Wahrscheinlich seien sie erstickt. „Nur elf Ferkel haben überlebt“, sagt er. Die Tiere überstanden die Stunden ohne Klimaanlage, die wahrscheinlich von Einbrechern lahm gelegt worden war.

Peters vermutet, dass die Täter über den Doppelzaun der verschlossenen Stallanlage geklettert sind. Danach müssen sie in den aus Brandschutzgründen unverschlossenen Stall eingedrungen sein und den Stromhauptschalter ausgeknipst haben. Damit gab die Fußbodenheizung noch Wärme ab. Ohne Klimaanlage fehlte aber Kühlung und frische Luft. Die meisten Ferkel verendeten.

Tote Tiere mit der Schubkarre aus dem Stall geholt

Als Peters mit einem Mitarbeiter in den Stall kam, war er geschockt. „Ich war vollkommen mit den Nerven runter“, erinnert er sich. Der Landwirt vermutete erst einen Stromausfall. Ein Techniker habe dann bemerkt, dass der Hauptschalter für Strom im Stall umgelegt worden war.

Die 400 Ferkel ließ Peters bei Saria in Malchin entsorgen. Mit seinen Mitarbeitern holte er die toten Tiere mit Schubkarren aus dem Stall und lud sie dem Radlader auf einen Laster.

Landwirt war schon Opfer von Kriminellen

„Die Versicherung hat uns darauf hingewiesen, dass wir den Vorfall auch bei der Polizei melden sollen“, begründet er den späten Eingang der Anzeige am Dienstag. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der Schaden: 21.000 Euro.

Der Züchter hat keine Vorstellung, wer so etwas gemacht haben könnte. Es sei ja offensichtlich nichts gestohlen worden. „Vielleicht sollte es nur ein Gag sein“, überlegt der 63-Jährige, „dass der Landwirt einmal im Dunkeln steht.“ Vielleicht hätten die Täter gar nicht gewusst, was sie anrichten.

Doch es könnten auch Täter sein, die ihm nicht wohlgesonnen sind. Denn schon zum Jahresende 2017 seien Stalltore geöffnet worden, so dass die Sauen „kalte Ohren“ bekamen. Und 2002 habe man ihm den Technikstand angesteckt. Dabei hatte Peters einen Schaden von 360.000 Euro. Beide Fälle seien nicht aufgeklärt worden.