Ultimatum sorgt für Aufregung
Schweriner Ministerium verlangt mehr Fusionen im Amt Gnoien

Auch im neuen Jahr ist die Zukunft des Amtes Gnoien weiterhin ungewiss.
Auch im neuen Jahr ist die Zukunft des Amtes Gnoien weiterhin ungewiss.
Torsten Bengelsdorf

Bis Ende März läuft die Frist für weitere Gemeinde-Ehen im Raum Gnoien. Passiert bis dahin nichts, dann … Ja, was passiert dann eigentlich?

Auf diesen Brief hat man im Amt Gnoien lange gewartet. Würde das Innenministerium dem Amt noch einmal eine Gnadenfrist einräumen, auch wenn die Gemeinden das vorgegebene Fusionsziel im vergangenen Jahr klar verfehlt haben?

Von den sieben Gemeinden des Amtes sollten eigentlich nur drei, höchstens vier übrig bleiben, hatte Schwerin dem wegen der zu geringen Einwohnerzahl ins Schwanken geratenen Amt ins Stammbuch geschrieben. Zwar betonte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) noch im November im Gespräch mit unserer Zeitung, dass dies nur eine „Empfehlung“ sei. Die kam nun aber per Post noch einmal mit Nachdruck.

Mehr als zwei Gemeindefusionen ist nicht drin

Bis Ende März lässt das Ministerium dem Amt noch Zeit, weitere Gemeindezusammenschlüsse auf den Weg zu bringen, berichtet Amtsvorsteher Torsten Schörner aus dem Schreiben, das inzwischen in der Amtsverwaltung eingegangen ist. Was passiert, wenn dies nicht gelingt, lasse der Brief allerdings offen. „Das steht da nicht drin“, sagt Schörner und macht deutlich: „Was wir machen können, das haben wir gemacht.“

Der Amtsvorsteher meint damit die beiden Gemeindefusionen, mit denen sich Boddin und Lühburg mit der Kommunalwahl im Mai der Gemeinde Walkendorf anschließen werden. Mehr ist im Moment nicht drin. Sowohl Finkenthal als auch Altkalen haben klargestellt, dass sie ihre Eigenständigkeit schon gern behalten wollen. Und Behren-Lübchin hat mit Groß Nieköhr und Wasdow bereits zwei Fusionen hinter sich gebracht.

Zwangsehe Gnoien–Tessin droht

Der Amtsausschuss werde sich nun bei seiner nächsten Beratung am 30. Januar mit dem Schweriner Brief befassen, kündigt Torsten Schörner an. Doch viel mehr, als das Schreiben zur Kenntnis zu nehmen, werden die Mitglieder kaum tun können.

Für mehr Auskünfte steht das Innenministerium derzeit wohl nicht zur Verfügung, hat der Amtsvorsteher gerade erfahren müssen: „Ich habe mich um einen Termin in Schwerin bemüht, doch wurde mir gesagt, dass ein weiteres Gespräch nicht notwendig erscheine.“ Kein gutes Zeichen: Immerhin droht weiterhin die Zwangs-Ehe mit dem Amt Tessin – ein Zusammenschluss, den weder in Tessin noch in Gnoien wirklich jemand möchte.