UMLEITUNG

Schwetziner sorgen sich um Kinder auf der Straße

Die lange Vollsperrung zwischen Teterow und Gnoien macht den ansässigen Betrieben ordentlich zu schaffen. Aber auch die Schwetziner leiden wegen des rasanten Verkehrs über die Umleitung.
Nichts geht mehr nun schon seit Mitte November auf der Bundesstraße zwischen Gnoien und Teterow ab Levitzow.
Nichts geht mehr nun schon seit Mitte November auf der Bundesstraße zwischen Gnoien und Teterow ab Levitzow. Eberhard Rogmann
Cornelia und Dirk Brion betreiben in Levitzow das Restauranthotel und Hofladen. Sie haben 30 Prozent weniger Gäste im Ver
Cornelia und Dirk Brion betreiben in Levitzow das Restauranthotel und Hofladen. Sie haben 30 Prozent weniger Gäste im Vergleich zum Vorjahr wegen der Sperrung. Silke Voß
Levitzow.

„Die Straßensperrung ist ein großes Problem“, bekennt Tischler Norbert Schmitz aus Levitzow. „Es ist schon dolle still auf dem Hof, wenn die Straße gar nicht durchzufahren ist.“ Aber die seltsame Stille soll nicht das Hauptproblem sein. Der traditionelle Handwerksbetrieb sei nicht mehr ohne Weiteres erreichbar und auch die Fahrtzeiten zu den Kunden hätten sich erheblich erhöht. „Ich hatte durch Laufkundschaft für einen Gesellen täglich zwei Stunden Arbeit – das macht sonst einen Umsatz von rund 90 Euro“, rechnet Schmitz. Was das über die Wochen und Monate bedeute, könne man ja überschlagen, möchte der Tischler lieber keine Zahlen nennen.

30 Prozent weniger Gäste

Gastronomin Cornelia Brion hat sich auf die Umleitung mit veränderten Öffnungszeiten eingestellt und selbst finanzierte Schilder aufgestellt, damit die Gäste den Weg finden. Doch die Straßen-Ausschilderung bleibe eine Katastrophe. Wer als Ortsunkundiger die weiträumige Umleitung über Schwetzin und Jördenstorf gefunden habe, stehe schließlich an der T-Kreuzung in Jördenstorf wie der Ochs’ vorm Tor: Links geht’s demzufolge nach Gnoien, rechts ins Nirgendwo. „Teterow“ ist einfach durchgestrichen. Rund 30 Prozent weniger Gäste habe sie der Vollsperrung im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit deswegen. Unterstützung habe sich Cornelia Brion durch einen Teilerlass der Gewerbesteuer erhofft – vergeblich. Auch die ortsansässige Gärtnerei hat deutlich weniger Kunden jetzt, wie Inhaber Hubert Schmitz bestätigte.

Und auch die Schwetziner bekommen die Vollsperrung unangenehm mit, denn sie bekommen all den umgeleiteten Verkehr ab. Nicht nur Jana Raine sorgt sich daher um Fußgänger: „Man merkt, dass viele Fahrer den Ort und die Straßensituation nicht wirklich kennen und das Tempo nicht immer anpassen. An den kleinen Kreuzungen kann das womöglich irgendwann böse ausgehen, wenn ein Hund über die Straße läuft oder – im schlimmsten Fall – ein Kind auf einem Dreirad die Straße lang fährt. Die Leute gehen auf der Dorfstraße zu Fuß zum Friedhof oder fahren Rad.“

Gefährlicher Weg zum Spielplatz

Mit mulmigem Gefühl beobachtet sie auch, dass neben der alten Feuerwehrwache ein kleiner Spielplatz liegt. Der zwar eingezäunt sei, aber da müsse man ja auch erstmal zu Fuß hin. Manchmal jedenfalls kämen die Wagen erschreckend schnell um die Kurven oder hügelabwärts geschossen. Um dann auszuweichen, wäre es oft zu spät, weil die Ausweichbuchten an den schmalen Straßen oft nicht rechtzeitig erkannt würden. Der Acker sei deshalb am Straßenrand so sehr ausgefahren, dass eine harte Kante zwischen Acker und Straße entstanden sei. Dann könne es beim Ausweichen durchaus einen Unfall geben.

 

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