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Segelverein startet in neue Saison

Am 27. April startet die neue Saison bei den Malchiner Seglern. Gemeinsam geht es dann wieder raus auf die Wellen des Kummerower Sees.  FOTO: Koch

VonThomas KochDas Segeln ist für den Malchiner Udo Dohms Glück. Am 27. April ruft er wie jedes Jahr wieder sein „Gode Wind“ aus. Dann segeln die Boote ...

VonThomas Koch

Das Segeln ist für den Malchiner Udo Dohms Glück. Am 27. April ruft er wie jedes Jahr wieder sein „Gode Wind“ aus. Dann segeln die Boote hinaus auf den Kummerower See.

Malchin.Wenn er die Planken eines Segelbootes betritt, dann lässt Udo Dohms seinen gesamten Alltag hinter sich. „Hat man das Wasser vor Augen, weht einem der Wind um die Nase, dann vergisst man schlagartig alle Sorgen und Probleme. Es ist, als tauche man ab in eine andere Welt“, erzählt der Malchiner, der sich diesem Sport schon seit seinem 17. Lebensjahr verschrieben hat. Segeln, so erzählt er, das sei für ihn viel mehr als nur ein Sport. Es ist bei jedem Wetter ein besonderes Naturerlebnis, es ist das Erleben in einer Gemeinschaft, in der sich einer auf den anderen verlassen kann und muss, kurzum: Segeln, das ist für ihn Glück.
Und weil dieser Sport seine große Passion ist, ist der Malchiner nicht nur seit vielen Jahren Mitglied des Seglervereins, sondern seit eineinhalb Jahrzehnten auch dessen Vorsitzender.
Genau wie seine 82 Mitglieder fiebert er schon seit Wochen einem Tag ganz besonders entgegen: dem 27. April. Mit dem Ausruf „Gode Wind“ wird Dohms an diesem Tag die Saison offiziell eröffnen, gemeinsam starten die Mitglieder zum Ansegeln auf dem Kummerower See. „Ich hoffe, dass möglichst alle Vereinsmitglieder ihre Boote bis dahin startklar bekommen. Durch den langen Winter konnten Viele erst sehr spät damit beginnen, ihre Segler flott zu machen für die neue Saison“, sagt er.
Für das kommende Wochenende hat der Verein einen Kran bestellt, mit dem die ersten Boote zu Wasser gelassen werden. Als Vorsitzender des Vereins steht es auch in Dohms’ Verantwortung, Sorge dafür zu tragen, dass das Umfeld stimmt für den Wassersport.
Im Monat März standen gleich zwei Arbeitseinsätze auf dem Plan. „An unserer Schutzhütte gibt es immer was zu tun. Sie muss zum Saisonstart gereinigt werden, braucht in aller Regelmäßigkeit einen neuen Anstrich und auch an den Stegen müssen immer wieder mal Ausbesserungen vorgenommen werden“, zählt der Vereinschef auf.
Auf die Hilfe junger Aktiver kann man dabei nicht besonders stark setzen. Seit der Wende gibt es in Malchin keine Nachwuchsabteilung mehr. Udo Dohms bedauert das sehr. Vor 1990 war Malchin immerhin Trainingszentrum, konnten die Sportler des Vereins unzählige Titel und Regatten gewinnen. Das derzeitige Durchschnittsalter des Vereins liegt bei 53 Jahren.
Wenn das Jahr auf den August zusteuert, dann steigt bei den Malchiner Seglern ein ganz besonderes Fieber: Alle Jahre wieder im Hochsommer ist der Kummerower See Schauplatz für das Wettsegeln um das „Blaue Band“. Organisiert wird das Spektakel im Wechsel von den Segelvereinen aus Demmin, Loitz und Malchin. „Bei dieser Regatta ist immer bei allen Beteiligten eine Menge sportlicher Ehrgeiz im Spiel. Schließlich wird hier das schnellste Segelboot überhaupt gekürt, aber auch die schnellsten Boote in den einzelnen Klassen“, erklärt Udo Dohms. Da geht es natürlich auch um das Prestige.
Udo Dohms betrachtet das aber nicht ganz so emotional wie vielleicht andere seiner Vereinskollegen. „Das Wichtigste ist für mich bei dieser Wettfahrt, dass alle Teilnehmer gesund ins Ziel kommen und dass wir gemeinsam mit unseren Freunden aus Loitz und Demmin einen schönen Tag haben“, sagt der Vereinschef.