LANDESWEITES FORSCHUNGSPROJEKT

Seltene Spinne erstmals in MV nachgewiesen

Zum ersten Mal wird es einen groß angelegten Überblick geben, um herauszufinden, welche Spinnen im Land leben. Und dabei hat die Mecklenburgische Schweiz für eine echte Sensation gesorgt!
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
Gudrun Marin-Ziegler tauscht die Becherfallen aus, die an verschiedenen Standorten im Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See platziert sind.
Gudrun Marin-Ziegler tauscht die Becherfallen aus, die an verschiedenen Standorten im Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See platziert sind. Simone Pagenkopf
Malchin/Teterow.

Ein ganz besonderer Fang ist Gudrun Marin-Ziegler schon mal gelungen. Ihr ging die Ceratinella wideri ins Netz. Ein Winzling zwar von gerade Mal zwei Millimeter, aber ein seltenes Exemplar. Die kleine Spinne, die die Mitarbeiterin der Naturparkverwaltung Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See einfing, gilt als Erstfund in Mecklenburg-Vorpommern. Die Spinne ist nicht giftig.

Zum ersten Mal läuft in diesem Jahr ein sogenanntes Spinnenmonitoring, an dem sich auch alle sieben Naturparke im Land beteiligen. Seit April und noch bis Ende September werden an drei verschiedenen Standorten im Naturpark Spinnen erfasst. Ziel ist es, einen Verbreitungsatlas der achtbeinigen Tiere in Mecklenburg-Vorpommern zu erstellen. Das hat Dr. Dieter Martin aus Göhren-Lebbin in der Hand. Dem Arachnologen schickt auch Gudrun Marin-Ziegler die konservierten Tiere zur Bestimmung.

Bisher zehn Erstfunde

Übrigens, die Bestimmungsmerkmale finden sich bei Spinnen im Wesentlichen in den Geschlechtsorganen. Kaum vorstellbar, wenn man nur an die Zwei-Millimeter-Gesamtgröße der Ceratinella wideri denkt. Da braucht‘s ein gutes Mikroskop, aber auch reichlich Erfahrung. Dr. Martin beschäftigt sich bereits seit über 50 Jahren mit Spinnen. Insgesamt kann er bei der jetzigen Spinnen-Erfassung bisher zehn Erstfunde in den Naturparken vermelden.

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Kommentare (1)

Mehr als 90% aller Spinnen sind so klein, dass sie mit blossen Auge gar nicht wahrgenommen werden.
Doch diese Spinne ist etwas ganz besonderes. Auch wenn sie keine 2 mm groß wird. Glückwunsch an Gurdun Marin-Ziegler für diesen seltenen Fund. Ohne zu übertreiben darf man ihn als eine kleine Sensation beschreiben. Ein echter Glücksfall allemal.