QUARANTÄNE

Seuchen-Alarm in Neukalen rafft vier Katzen dahin

Sieben Katzen aus einem Haus in Demmin waren in einem erbärmlichen Zustand. Sie kamen daraufhin ins Neukalener Katzenhaus und kämpften gegen die Viruserkrankung an. Nicht alle haben es geschafft.
Diesen Bewohnern des Neukalener Katzenhauses geht es gut, sie sind gegen die Seuche geimpft. Drei Katzen werden dagegen derzei
Diesen Bewohnern des Neukalener Katzenhauses geht es gut, sie sind gegen die Seuche geimpft. Drei Katzen werden dagegen derzeit noch auf der Krankenstation betreut. Torsten Bengelsdorf
Neukalen.

Im Katzenhaus laufen die Vorbereitungen für die „Lütt Wiehnacht“ am Sonnabend (7. Dezember) ab 14 Uhr, die die Mitglieder des Tierschutzvereins zusammen mit Sponsoren feiern wollen, da verunsichert viele Katzenfreunde jetzt diese Nachricht: In dem Tierheim an der alten Neukalener Ziegelei sei angeblich die Katzenseuche ausgebrochen. Es gebe schon viele besorgte Anfragen, berichtet Monique Stahr-Kohls, die zusammen mit anderen Frauen die Katzen in der Auffangstation betreut.

Doch ganz so schlimm, wie es sich zunächst anhört, ist die Lage dann wohl doch nicht. „Wir haben die Situation unter Kontrolle“, gab Kerstin Lenz, die Vorsitzende des Demminer Tierschutzvereins, am Donnerstag Entwarnung. Die Tierärztin, die sich um die Katzen in Neukalen kümmert, habe für die Weihnachtsfeier am Sonnabend grünes Licht gegeben.

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Doch was war nun passiert? Das Veterinäramt hatte aus einem Privathaushalt in der Stadt Demmin sieben Katzen eingezogen und dem Tierschutzverein übergeben. Die Tiere waren in einem erbärmlichen Zustand – voller Würmer, Augen und Nase vereitert. In diesem Zustand kämpften die Miezen im Katzenhaus ums Überleben. „Zwei sind inzwischen gestorben, zwei weitere mussten von ihren Leiden erlöst werden“, sagt Kerstin Lenz. Es gibt mittlerweile kaum noch einen Zweifel, dass die Katzenseuche die Tiere heimgesucht hatte – eine hochansteckende Viruserkrankung, die für die Katzen oft tödlich verläuft.

Verordnung zur Katzenkastration gefordert

Allerdings, so versichert die Vereins-Chefin, seien die Katzen aus dem Demminer Haus sofort unter Quarantäne gestellt worden. Dazu verfügt das Katzenheim über ein völlig abgeriegeltes Krankenzimmer. Die anderen Samtpfoten in dem Neukalener Tierheim seien gegen die Seuche geimpft, so dass ein weiterer Ausbruch der Krankheit nicht zu befürchten ist. Allerdings nimmt das Katzenhaus derzeit keine neuen Tiere auf, solange die Krankenstation noch mit den drei überlebenden, aus Demmin stammenden Katzen belegt ist.

Kerstin Lenz hat den Fall der Katzenseuche jetzt erneut zum Anlass genommen, eine Verordnung zur Katzenkastration im Seenplatten-Landkreis zu fordern. Der Demminer Tierschutzverein, der das Katzenhaus in Neukalen betreibt, habe in diesem Jahr bereits mehr als 100 Katzen aufgenommen und weitervermittelt. Allein im vergangenen Monat seien Tierarztkosten in Höhe von 5000 Euro angefallen. Kerstin Lenz lobt die ehrenamtliche Arbeit ihrer Mitstreiterinnen im Neukalener Katzenhaus. „Aber die Flut der Katzen reißt nicht ab. Wir sind wieder mit 35 Katzen an unserer Schmerzgrenze angekommen“, schrieb sie vor einigen Tagen an den Landrat des Seenplatten-Landkreises Heiko Kärger. „Das halten wir auf Dauer nicht durch.“ Den Landrat bittet die Vereinsvorsitzende in dem Schreiben, einen runden Tisch mit Vertretern der Ordnungsämter, des Veterinäramtes und der Tierschützer einzuberufen, um die Problematik endlich gemeinsam zu lösen.

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