VOR 99. RENNEN

Sicherheitskonzept für den Bergring angepasst

Ob Hanse-Sail, Hansa-Spiel oder Bergringrennen – Großveranstaltungen sind das Metier von Jörg Hübner, dem Chef des ABS Sicherheitsdienstes. Zu Teterow hat er eine ganz besondere Beziehung.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Der Besucheransturm zu den Rennen in Teterow bringt die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes meist ins Schwitzen. Strenge Taschenkontrollen sind dabei an der Tagesordnung.  (Archivbild)
Der Besucheransturm zu den Rennen in Teterow bringt die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes meist ins Schwitzen. Strenge Taschenkontrollen sind dabei an der Tagesordnung. (Archivbild)
Teterow.

Wenige Tage vor dem Pfingstrennen auf dem Bergring in Teterow sind die Signale auf Grün gesetzt. Bei der Abnahme des Veranstaltungsgeländes gab es nichts zu beanstanden. Jörg Hübner vom Sicherheitsdienst ABS Rostock zeigte sich entspannt. „Das läuft hier in eingefahrenen Pfaden. Wir haben unser Konzept angepasst. Weil das Rennen auf einen Tag verkürzt wurde, sind wir mit 90  Mitarbeitern im Einsatz. Ab Freitagmittag haben wir Arbeitsbereitschaft rund um die Uhr bis Sonntagnacht.“ Für Hübner ist das 99.  Rennen ein Jubiläum – seit 25 Jahren gewährleistet seine Firma auf dem Ring in Teterow die Sicherheit. Über die Zeit hat er eine gewisse Routine erworben.

Dabei ging der Start gehörig in die Hose. „Bei unserem ersten Einsatz sind wir grandios gescheitert“, verrät er rückblickend. Keine Ahnung habe er gehabt, was mit dieser Veranstaltung auf seine Leute zukommt. Doch der Club gab ihm eine zweite Chance. Die nutzte er. Mittlerweile ist er Sicherheitsbeauftragter des MC – ehrenamtlich. Der Bergring, das hat er mittlerweile verinnerlicht, hat seine eigenen Gesetze. Die größten Risikofaktoren sind hier Wetter und Feuer. Auf dem Ring gibt es Hanglagen mit 14 bis 16 Prozent Gefälle, die Wege sind unbefestigt. „Wenn ein Rettungswagen sich in diesem Gelände nicht mehr bewegen kann, haben wir ein echtes Problem“, macht Jörg Hübner deutlich. Dann steht die Frage nach einem Abbruch der Veranstaltung – egal, ob die Bahn noch befahrbar ist oder nicht.

Überfahrenes Zelt und brennende Barrikade

Der andere Risikofaktor sind Lagerfeuer auf dem Zeltplatz. „Das Treiben dort hat in etlichen Fällen gar nichts mit dem Rennen zu tun. Wenn dann noch Alkohol in Strömen fließt, verlieren manche völlig die Kontrolle. Da müssen unsere Leute schon energisch eingreifen und für Ordnung sorgen“, schildert der ABS-Chef. So sei in der Dunkelheit vor Jahren schon mal ein Zelt überfahren worden und auch eine brennende Barrikade galt es zu löschen. Mit Pyrotechnik dagegen gab es – anders als bei Fußballspielen – bisher keine ernsten Vorfälle. Das mag an den strengen Eingangskontrollen liegen. „Doch die Besucher sind diesbezüglich vernünftig. Eine Gefährdung von Rennfahrern von dieser Seite hatten wir nie zu verzeichnen.“

In der Speedway-Arena allerdings galt es wiederholt nackte Flitzer einzufangen. Die habe man allesamt dingfest machen können. Dass dennoch 2006 Sam Ermolenke der Auerhahn-Pokal gestohlen wurde, nimmt Jörg Hübner nicht auf seine Kappe. „Wir hatten ihm angeboten, die Trophäe sicherzustellen. Doch er lehnte das ab.“

Szene ist über die Jahre ruhiger geworden

Alles in allem sei die Szene im Laufe der Jahre deutlich ruhiger geworden, schätzt Jörg Hübner ein. Die Zusammenarbeit mit dem Club, der Polizei und anderen Einsatzkräften in Teterow bezeichnet er als beispielhaft. „Wir haben digitales Kartenmaterial des gesamten Geländes erarbeitet, das wir allen zur Verfügung stellen. Da sind wir bestens aufgestellt. Ganz anders als in den ersten Jahren, da wusste ich nicht mal, dass es die Tunnel zum Innenring gibt.“

Seine Verbundenheit zum Bergring zeigt Hübner nicht zuletzt durch die Unterstützung einheimischer Fahrer. Doch nicht nur der ABS-Chef ist von Teterow fasziniert. Viele seiner Mitarbeiter zieht es hierher. Sie melden sich frühzeitig für den Dienst zu Pfingsten auf dem Bergring.

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