Neuer Bebauungsplan
Sind Bootshäuser bald für Feriengäste tabu?

Noch ist Winterruhe am Teterower See. Für die Bootshauskolonie 1 werden zurzeit klare Regeln aufgestellt.
Noch ist Winterruhe am Teterower See. Für die Bootshauskolonie 1 werden zurzeit klare Regeln aufgestellt.
Simone Pagenkopf

In Teterow wird gerade ein Bebauungsplan für die Bootshauskolonie 1 erstellt. Damit schiebt der Landkreis aber auch einer touristischen Nutzung einen Riegel vor.

Eigentlich sollten sich die düsteren Wolken über der Bootshauskolonie 1 am Teterower See verziehen – doch stattdessen schieben sich gerade neue zusammen. Der Bebauungsplan, der in der Stadt für das anderthalb Hektar große Areal erstellt wird, scheint nämlich bisher ungeahnte Folgen zu haben. Jedenfalls für die, die ein Bootshaus als Ferienhaus vermieten oder dort dauerhaft wohnen.

Beides sei nicht zulässig, heißt es seitens des Landkreises Rostock. „Was da in Jahrzehnten alles gebaut wurde, entspricht nicht mehr dem heutigen Standard“, resümiert Planer Uwe Czierlinski die Stellungnahme des Kreises zum B-Plan-Entwurf.

Anbauten ohne Genehmigung

Während der gemeinsamen Sitzung der Fachausschüsse für Bau, Wirtschaftsförderung und Umwelt in dieser Woche herrschte nach dieser Aussage erst mal betretenes Schweigen. Stellt sich doch die Frage, wie das in den anderen Bootshauskolonien aussieht. Bekannt ist, dass mehrere Bootshäuser am See vermietet werden. Nicht bekannt seien dafür geltende Nutzungsänderungen, hieß es aus dem Rathaus.

Dass jetzt überhaupt ein Bebauungsplan für die Bootshauskolonie 1 aufgelegt wird, resultiert aus einem Rechtsstreit eines Bootshausbesitzers mit der kreislichen Bauaufsicht. Dabei war bei einem Vor-Ort-Termin aufgefallen, dass in der Anlage zahlreiche Anbauten ohne Baugenehmigung getätigt worden waren. Der B-Plan soll jetzt die bauliche Gestaltung und Nutzung der Kolonie regeln.

Bauplan liegt aus

Dabei bezog die Stadt schon frühzeitig den Vorstand der Bootshauskolonie mit ein. Festgelegt wird unter anderem, dass Terrassen und Balkone auf eine Größe von acht Quadratmetern begrenzt sind, der Umfang der Nebenanlagen auf insgesamt 15 Quadratmeter. Das trifft nicht auf alle der 36 Bootshäuser zu.

Rückbauforderungen enthalte der B-Plan selbst aber nicht, so Uwe Czierlinski. Alles was da ist, habe Bestandsschutz, so es genehmigt war. Wenn allerdings Schwarzbauten stehen, sei es Sache der kreislichen Bauaufsichtsbehörde, sich darum zu kümmern.

Vermietung wird Problem für alle

Festgezurrt sei noch nichts. Kommenden Mittwoch gibt es noch mal ein Treffen mit dem Vorstand der Bootshauskolonie. Der Plan werde zudem noch einmal einen Monat lang ausgelegt, heißt es aus dem Rathaus. Das sei Gelegenheit für jeden, ihn einzusehen und Anmerkungen zu machen.

Was allerdings die Vermietung von Bootshäusern betrifft, befürchten die Stadtvertreter und sachkundigen Einwohner, dass das ein Problem für alle wird. Zumal es schon hieß, dass Bebauungspläne künftig auch für die anderen Bootshauskolonien aufzustellen sind.