FEUER IN DER SOLARANLAGE

So gefährlich für die Feuerwehr sind brennende Solarzellen

Was tun, wenn Photovoltaikanlagen in Brand geraten? Und wie kann dann trotz elektrischer Spannung gelöscht werden? Die Frage stellte sich jetzt wieder in Dargun. Feuerwehrleute sind auch für solche Brände geschult. Und dennoch: So einfach abhaken wollen sie das Thema nicht.
Zum Brand der Darguner Lagerhalle war am Montagnachmittag die Demminer Feuerwehr mit ihrer Drehleiter angerückt.
Zum Brand der Darguner Lagerhalle war am Montagnachmittag die Demminer Feuerwehr mit ihrer Drehleiter angerückt. André Knaack
Dargun ·

Fahrlässige Brandstiftung – so lautet das Ergebnis der Ermittlungen nach dem Brand einer Lagerhalle am Montagnachmittag in Dargun. Was war passiert? Laut Polizei war ein Kabelstrang der Solaranlage über ein scharfkantiges Lochblech verlegt worden. Die Kabel schwangen durch den Wind hin und her und wurden so teilweise durchtrennt. Ein Kurzschluss habe dann vermutlich das Feuer ausgelöst, bei dem ein Schaden von etwa 50000 Euro entstand, wie die Polizei mitteilte.

Der Brand von Photovoltaik-Anlagen stellt die Feuerwehren immer wieder vor besondere Herausforderungen. Das Problem: Die Kollektoren lassen sich nicht wirklich abschalten. Fällt Licht auf sie, und sei es bei Nacht nur der Scheinwerfer einer Feuerwehr, beginnen sie mit der Stromproduktion – und stehen damit unter Spannung.

Insbesondere in der Anfangszeit der Photovoltaik galt das als nahezu unkalkulierbares Risiko. Doch das hat sich geändert. „Mittlerweile ist das völlig unkompliziert geworden“, versichert Kreiswehrführer Norbert Rieger. „Man muss nur die Grundsätze bei elektrischen Anlagen beachten und beispielsweise einen ausreichenden Abstand einhalten. Wir beschulen das auch und haben es in der Ausbildung drin. Ich glaube, es hat sich bei den Feuerwehren schon beruhigt.“

Sicherheitsabstände soll Unfällen vorbeugen

Dennoch gehen die Feuerwehrleute äußerst vorsichtig vor, wie der Darguner Gemeindewehrführer Tino Fischer bestätigt, der am Montagnachmittag die Einsatzleitung hatte. „Wir konnten nicht recht sehen, wie man am besten rankommt. Eigentlich bräuchte man immer einen Techniker, der die spannungslos bekommt“, erzählte er am Dienstag und ergänzt: „Da müsste noch etwas entwickelt werden. Einfach abhaken kann man das Thema nicht. Es geht ja um unsere Gesundheit.“

Demmins stellvertretender Wehrführer, André Knaack, hat eine relativ gelassene Sicht auf die Solarzellen: „Wir hatten schon diverse Einweisungen, was diese Anlagen betrifft“, sagt er und denkt an den Einsatz in Dargun zurück, wo er gemeinsam mit zehn Kameraden aus Demmin und zwei Fahrzeugen das Löschen unterstützte. „Die Sicherheitsabstände haben wir eingehalten, so konnte eigentlich nichts passieren. Das haben wir gut hinbekommen. Aber nichtsdestotrotz muss man vorsichtig sein.“

Personen kamen bei dem Brand in Dargun nicht zu Schaden. In der Stadt war man Dienstag froh, dass die Ursache des Feuers so schnell geklärt werden konnte und nun nicht weiter der Verdacht besteht, dass hier wieder jemand gezündelt hat.

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