SCHLECHTER EMPFANG

So löchrig ist das Mobilfunk-Netz in der Mecklenburger Schweiz

Etwa 700 verärgerte Handy-Nutzer aus der Mecklenburgischen Schweiz haben Funklöcher gemeldet. Die Landes-CDU möchte jetzt Fördergelder für Funkmasten freigeben. Malchin meldet da Bedenken an.
Viele Menschen beteiligten sich an der Funklochmelder-Aktion der Landes-CDU. Der Screenshot der Internetseite zeigt die Abdeckung in der Mecklenburgischen Schweiz.
Viele Menschen beteiligten sich an der Funklochmelder-Aktion der Landes-CDU. Der Screenshot der Internetseite zeigt die Abdeckung in der Mecklenburgischen Schweiz.
Der Neukalener Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt (CDU).
Der Neukalener Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt (CDU).
Malchin.

Die Aktion „Funklochmelder“ der Landes-CDU gibt jetzt eine Vorstellung davon, wie schlimm es wirklich mit dem schlechten Handy-Empfang in MV ist. „Etwa 16.000 Funklöcher sind bislang gemeldet worden“, sagt der Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt aus Neukalen.

Wie sich herausstellte, haben auch viele Anwohner zwischen Gnoien und Kittendorf so einige Probleme. „Allein 700 Meldungen sind aus der Mecklenburgischen Schweiz eingegangen“, berichtete Reinhardt. Die genervten Handy-Nutzer trugen die Funklöcher auf der Webseite www.funkloch-mv.de oder auf einer App in eine Karte ein. Die größten Funkschatten machten die Nutzer zwischen Kummerow und Gravelotte aus. „Hier beteiligten sich 86 Personen“, sagt der CDU-Abgeordnete. Auf Platz 2 der Karte ohne Funksignale kommt die Landesstraße 20 zwischen Malchin und Neukalen. Hier vermissten 60 Personen den Handy-Empfang. Einer von ihnen war Reinhardt selbst.

Malchin will nicht Aufgabe von Mobilfunkanbietern erledigen

Die Karte weist schätzungsweise 60 bis 80 Funklöcher in der Region aus. Ganz in der Warnfarbe „Rot“ präsentieren sich Landstriche zwischen Neukalen und Altkalen, südlich von Stavenhagen, rund um Thürkow und Warnkenhagen, an der B 104 zwischen Malchin und Stavenhagen. Rot ist die Karte auch rund um Basedow, Kittendorf, Remplin, Alt-Sührkow, Finkenthal und Wasdow. Doch auch in Stavenhagen, Teterow, Dargun und auf dem Kummerower See leuchtet es rot. Nur Basepohl, Faulenrost und Gnoien glänzen mit beinahe perfektem Empfang. Es ist aber durchaus möglich, dass aus diesen Orten noch niemand ein Problem gemeldet hat, räumt Reinhardt ein.

Die Aktion soll nach dem Wunsch der CDU in ein Förderprogramm zum Bau von Mobilfunkmasten münden. Damit sollten die Gemeinden ein Instrument in die Hand bekommen, selbst etwas für eine bessere Netzabdeckung zu tun. Die Kommunen sollen die zwischen 50.000 bis 200.000 Euro teuren und zu 90 Prozent geförderten Türme selbst bauen und an die Mobilfunkanbieter vermieten. Reinhardt geht davon aus, dass die Fördermaßnahme von der EU bis zum Sommer genehmigt wird. Ein ähnliches Programm aus Bayern sei schon bewilligt. Die ersten Masten könnten dann schon im Jahr 2020 über den Strategiefonds der Landesregierung gebaut werden.

Wenn denn die Kommunen mitspielen. In Malchin meldet Bürgermeister Axel Müller (CDU) schon mal Bedenken an. „Ich sehe nicht ein, dass es unsere Aufgabe als Stadt sein soll, den Mobilfunkbetreibern Funkmasten aufzustellen“, erklärte Müller gegenüber dem Nordkurier. Dafür habe Malchin auch gar kein Geld übrig. Sollte es allerdings Firmen im Stadtgebiet geben, die auf ein besseres Funknetz angewiesen sind, dann müsse man sicherlich noch einmal neu überlegen, so der Bürgermeister.

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