Testpflicht

So setzen Betriebe die 3 G-Regel am Arbeitsplatz um

Wer nicht geimpft oder genesen ist, der muss ab dieser Woche einen Corona-negativ-Nachweis mit zur Arbeit bringen. Doch ist das überhaupt praktikabel?
Ab Mittwoch müssen Arbeitnehmer einen Impfnachweis bringen oder sich testen lassen, denn es gilt 3 G am Arbeitsplatz. Die
Ab Mittwoch müssen Arbeitnehmer einen Impfnachweis bringen oder sich testen lassen, denn es gilt 3 G am Arbeitsplatz. Die Unternehmen in der Region haben sich darauf bereits eingestellt. Oliver Dietze
Malchin

Jetzt kommt 3 G: Für Ungeimpfte wird es jetzt auch am Arbeitsplatz ungemütlicher. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ab Mittwoch seinem Chef ein Testzertifikat vorlegen. Die einen sehen die neue Regelung als zusätzliche Sicherheit, andere sprechen von einer versteckten Impfpflicht. Doch wie gehen Unternehmen in der Region nun mit der 3 G-Regelung um?

Kritische Worte findet der Geschäftsführer der Teterower Stadtwerke Hagen Böhme. „Die Politik hätte schon viel eher handeln müssen. Wir als Unternehmen müssen wieder von jetzt auf gleich zusehen, wie wir mit der Situation klar kommen“, sagt er. Dass sich die Stadtwerke kurzfristig auf die 3 G-Regel einstellen können, daran lässt er aber keinen Zweifel. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, der kann einen aktuellen Test mitbringen oder sich auch im Betrieb testen lassen“, kündigt Böhme an. Nach wie vor hätten Mitarbeiter – soweit es die Tätigkeit zulässt – auch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Regelung solle nicht ausufern

Dass es weitere Schritte geben muss, um die Corona-Pandemie einzudämmen, davon ist Christoph Hatscher, Geschäftsführer der Bäckerei Hatscher in Stavenhagen, überzeugt. „Wenn es dieser Schritt sein soll, dann habe ich auch kein Problem damit“, sagt er. „Ich bin mir aber noch nicht sicher, wie das umgesetzt werden soll.“ Er glaubt noch nicht so recht an einen Start am Mittwoch. So eine Regelung dürfe auch für die Betriebe und die Mitarbeiter nicht ausufern. Denn es gebe einen erheblichen Preisunterschied zwischen einem Test in der Apotheke und einem Schnelltest. Wenn die Regelung aber kommt, dann müsse er von seinen Mitarbeitern abfragen, wer noch nicht vollständig geschützt ist und darüber sprechen, was nun zu tun ist.

Das Abfragen hat Reinhard Ahnert in seinem Teterower Dachbau-Betrieb gleich am Montagmorgen erledigt und herausgefunden, dass es vier ungeimpfte Mitarbeiter gibt. „Ich werde sie vor der Arbeitszeit ins Büro holen und sie einen Schnelltest durchführen lassen“, erklärt der Geschäftsführer. Ab Mittwoch werde er darüber auch Buch führen. Die Regelung werde so umgesetzt, wie verlangt. Mit dem Testen hat der Betrieb bereits Erfahrung. „Während der Lockdowns wurden die Mitarbeiter alle zwei Tage getestet“, blickt Reinhard Ahnert zurück.

Jeden MOrgen ins Testzentrum

Im Malchiner Stadtbauhof könnte sich das Testproblem noch in dieser Woche erledigt haben. Nur noch zwei von 21 Mitarbeitern seien derzeit nicht geimpft, berichtet Bauhof-Chef Andreas Mohrholz. Die beiden müssten nun jeden Morgen entweder ins Testzentrum oder sich im Rathaus unter Aufsicht testen lassen. Einer der beiden habe seinen Impf-Widerstand inzwischen aufgegeben. „Und mit dem anderen werde ich noch einmal reden“, sagte Mohrholz.

Kritisch sieht die Kreishandwerkerschaft in der Seenplatte mit Sitz in Stavenhagen die 3 G-Regel. Wie Chefin Aurelia Lange auf Nordkurier-Nachfrage sagte, sei Betrieben diese Verantwortung trotz grundsätzlicher Fürsorgepflicht nicht zuzumuten. Lange sieht in der Regelung außerdem einen „Weg zu einer versteckten Impfpflicht“, indem etwa durch tägliches Testen zusätzliche Hürden für ungeimpfte Mitarbeiter entstünden. Die Kreishandwerkerschaft als Interessenvertretung der Handwerksbetriebe in der Mecklenburgischen Seenplatte stört insbesondere die Aussicht, dass „die Regierung den Impfdruck an die Geschäftsinhaber abwälzt und Arbeitgeber gezwungen werden, Impfdruck unter ihren Angestellten aufzubauen“.

Der Heizung- und Sanitärfachbetrieb Dill in Malchin schickt seine ungeimpften Mitarbeiter ab morgen ins Testzentrum der Stadt. Man könne sich aber auch zu Hause selbst testen und das Ergebnis online übermitteln, berichtet Firmeninhaber Mario Dill. Auch von seinen Kunden, die in sein Geschäft wollen, werde ein Impf- oder Genesenen-Nachweis oder eben ein aktueller negativer Test verlangt, so Dill.

Eine ganz besondere Verantwortung

Seit Beginn der Corona-Krise habe man stets mit großer Akribie darauf geachtet, sämtliche Hygienevorschriften und gesetzliche Regelungen strikt einzuhalten, sagt der Pressesprecher des Teterower Betriebes Miltenyi, Holger Bülow. Gerade als Biotec-Unternehmen habe man da eine ganz besondere Verantwortung. Mit 500 Beschäftigten ist Miltenyi einer der größten Arbeitgeber in der Bergringstadt. Die ab Mitte der Woche geltende 3 G-Regel stelle den Betrieb natürlich vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern habe man sich in den vergangenen Monaten immer wieder auf neue Situationen einstellen müssen. „Und das werden wir auch dieses Mal hinbekommen“, ist Holger Bülow überzeugt.

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Kommentare (3)

Staatspropaganda vom feinsten.Alle Befragten befürworten alle Maßnahmen und haltensich 100% daran.Wer so etwasglaubt hat früher auch die Erfolgsmeldungen zur Planerfüllung und Übererfüllung geglaubt.
Mit sozialistischem Gruß,der Märchenerzähler

Wenn Sie doch aufwachen, dann nicht erschrecken. Seit 1990 regiert hier das Volk. Und das macht Sachen, ick kann Ihnen sagen. Aber davon überzeugen Sie sich dann man selbst.

Ein ungetesteter Geimpfter kann weiterhin getestete Ungeimpfte und ungetestete Geimpfte auf Arbeit infizieren. Glückwunsch zu diesem weiteren politischen Corona-Murks.