Maschine im Garten
So sieht ein Igel aus, der von einem Mähroboter erwischt wurde

Igeldame Muckilinchen wurde durch einen Rasenroboter schwer verletzt.
Igeldame Muckilinchen wurde durch einen Rasenroboter schwer verletzt.
privat

Die Igelhilfe in MV kämpft um ein Verbot des nächtlichen Einsatzes von Mährobotern. Ein aktueller Fall zeigt, was schlimmstenfalls passieren kann.

Behutsam hält Regina Heinle Muckilinchen in den Händen. Die Igeldame hat sich gerade gestärkt. „Sie hat einen starken Lebenswillen“, sagt die Teterowerin, die vorsichtshalber aber nachschaut, dass keine Futterreste an der Wunde zurück blieben, die möglicherweise zu einer Infektion führen könnten.

Seit Oktober vergangenen Jahres päppeln Regina und Marcel Heinle den Igel auf. Dessen eine Gesichtshälfte ist schwer verletzt. Die Haut fehlt, ebenso das Unterlid, die Zähne liegen frei. Nekrosen, also abgestorbenes Gewebe, und Schorfplatten mussten entfernt werden, auch Maden. Auf 600 Gramm war der ausgewachsene Igel abgemagert, als er im vergangenen Jahr zum Tierarzt gebracht wurde. Das heißt, dass er sich bereits längere Zeit herumgequält haben muss.

Petition gegen Nacht-Einsatz von Mährobotern

Es sind Verletzungen, die durch einen Rasenroboter verursacht wurden. Alles, was leicht nachgibt, wird überrollt, haben Tests unter anderem mit ausgestopften Wollsocken ergeben. Da Igel keine Fluchttiere sind und sich lediglich einrollen, stellen sie für einen Mähroboter keinen Widerstand dar.

„Die Leute denken, sie haben ein Sorglos-Programm mit dieser Technik. Die meisten wissen gar nicht, was sie damit auslösen können. Es ist traurig, was alles passiert“, sagt Marcel Heinle. Zudem sei auch die Nahrungsgrundlage für Igel und andere Arten gefährdet, die sich vorwiegend von nachtaktiven Insekten auf Rasenflächen ernähren.

Michaela Kleinsorge von der Igelhilfe-Rostock hat eine Petition gestartet, um zu erreichen, dass nach Einbruch der Dämmerung der Einsatz von Mährobotern verboten wird. Knapp 5000 Unterschriften sind bisher zusammen gekommen. Interessierte können sich im Internet informieren und die Petition unterstützen.

Osterfeuer vor dem Anzünden umschichten

Zudem bittet die Igelhilfe-Rostock gerade jetzt vor dem Osterfest mit sicherlich wieder vielen Osterfeuern auch eindringlich darum, dass die Feuerstellen mit Gartenabfällen vor dem Anzünden umgeschichtet werden. Igel liegen noch im Winterschlaf und sind unfähig zu flüchten, heißt es. Das betrifft auch viele andere Tierarten, die hier Schutz gesucht haben.

Was Igeldame Muckilinchen betrifft: Mit ihr fahren Regina und Marcel Heinle im Sommer zur Igelstation nach Rostock. Dort wollen sie dann den Freilandtest machen.

Wer Fragen hat oder Hilfe für Igel sucht, der kann sich im Landkreis Rostock an die Igelhilfe MV, Heidi French in Groß Potrems,Telefon 038208 13472, oder auch an Regina Heinle mit ihrer Pflegestelle in Teterow unter regina.heinle@googlemail.com wenden.