So voll ist es in Malchins Steinstraße nur zu besonderen Anlässen. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits
So voll ist es in Malchins Steinstraße nur zu besonderen Anlässen. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits viele Einwohner verloren. Ein Ende des Schwundes ist noch nicht in Sicht. Kirsten Gehrke
Einwohnerzahl-Prognose

So stark wird Malchin künftig schrumpfen

Eine Studie beziffert, wie viele Malchiner es im Jahr 2035 voraussichtlich geben wird: weniger als heute. Doch es gibt Wege, wie der Verlust gebremst werden kann.
Malchin

Ganz so schlimm wie im Jahr 2006 noch vorher gesagt, ist es dann doch nicht gekommen: Hätte sich die Prognose aus jenem Jahr tatsächlich bewahrheitet, dann würde es zum Jahresende 2022 nur noch 6600 Malchiner geben. Nun werden es aller Voraussicht nach 630 mehr sein, nämlich 7230.

Das sagt jedenfalls die jüngste Schätzung voraus, die jetzt in der dritten Auflage des Malchiner Stadtentwicklungskonzeptes enthalten ist. Dieses Konzept ist bereits seit dem Jahr 2002 so etwas wie das Kursbuch für den Stadtumbau und die Stadtentwicklung in Malchin und wird immer mal wieder aktualisiert.

Entwarnung gibt das von einem Rostocker Stadt- und Regionalentwicklungsbüro erarbeitete Papier allerdings nicht, was die Einwohnerzahlen in den nächsten Jahren angeht. Die neue Prognose reicht bis ins Jahr 2035: Dann sollen die Stadt Malchin und ihre Ortsteile nur noch 6100 Einwohner zählen.

Mehr Todesfälle als Geburten

Wie aber kommen die Planer zu dieser Annahme? Für die nächsten Jahre werden einerseits mehr Zu- als Wegzüge in Malchin erwartet. In der Studie ist von einem „leichten positiven Wanderungssaldo“ die Rede. Eine viel größere Rolle für die Entwicklung der Einwohnerzahl spielt aber, dass auch künftig weitaus mehr Malchiner sterben als geboren werden, wobei die Zahl der Geburten in den nächsten Jahren von errechneten 42 pro Jahr auf 31 zurückgehen soll.

Wegen der sinkenden Einwohnerzahl empfiehlt das Stadtentwicklungskonzept unter anderem den weiteren Rückbau von Wohnungen. Vor allem ein Gebäude haben die Gutachter dabei im Blick: Den Plattenbau am Zachow 40, einst der sogenannte „altersgerechte Wohnblock“, der mittlerweile den höchsten Leerstand am Zachow und in der gesamten Weststadt aufweist. „Für diesen Wohnblock werden derzeit verschiedene Optionen, vom vollständigen über einen teilweisen Rückbau, eine Sanierung oder auch der Verkauf geprüft“, heißt es in dem Konzept. Die Wohnungsgenossenschaft hat dagegen an anderer Stelle bereits reagiert und am Wohnblock Zachow 27 bis 30 insgesamt 22 Wohnungen abgebaut.

Neue Wohnbauflächen geplant

Der Überhang an Wohnungen betreffe wegen der Ausstattung und des Zuschnitts besonders „industriell errichtete Plattenbauten“. Ganz anders sieht es dagegen bei modernen barrierearmen Wohnungen, insbesondere in der Innenstadt, aber auch bei Einfamilienhäusern aus. Hier wachse die Nachfrage ständig. Je nachdem wie der Bedarf an diesen höherwärtigen Wohnungen gedeckt wird, könnte dies die Einwohnerzahl durchaus positiv beeinflussen.

Neben den geplanten Neubauten am Teichberg oder am Alten Bahndamm gibt die Studie schon mal einen Ausblick auf mögliche weitere Wohnbauflächen, so zwischen dem Finanzamt und der geplanten Umfahrung, eine Ortsrandbebauung mit Stadtvillen an Stelle der Garagen am Kunstrasenplatz oder aber an der Gartenanlage am Fuhrtsberg.

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