Helena (links) und Ella finden die diesjährigen Winterferien einfach nur cool. Auf dem Teterower See bekommen sie gar nic
Helena (links) und Ella finden die diesjährigen Winterferien einfach nur cool. Auf dem Teterower See bekommen sie gar nicht genug davon, Schlittschuh zu laufen. Kirsten Gehrke
Lieber im Schnee als vor der Glotze

„Solche coolen Winterferien hatten wir schon lange nicht mehr“

Die Winterferien machen ihrem Namen derzeit alle Ehre. Da scheint auch der Lockdown mit einem Mal gar nicht mehr so schlimm, der sonst vieles verbietet, was Spaß macht.
Malchin

Eigentlich hätten es triste Winterferien werden können. Keine Spaßbäder sind geöffnet, keine Ferienspiele mit Basteln finden statt, Kino und Theater sind dicht und auch reisen geht nicht – das alles wegen Corona. Doch so schlimm sind die Lockdown-Ferien nun gar nicht. Langweilig scheint es den meisten nicht zu werden. Dem Wetter sei Dank. Es zieht viele Kinder und Jugendliche nach draußen. Offenbar haben sie die Nase voll vom Digitalen, von Computern und Skypen. Das hatten sie beim Online-Unterricht im Homeschooling in den letzten Wochen genug. „Da hat man jetzt keine Lust mehr dazu“, meint Saskia. Die 10-Jährige geht da lieber jeden Tag im Malchiner Hainholz Schlitten fahren. Das mache so richtig Spaß.

Mit Schneeschiebern Bahnen auf dem See freigeräumt

Am Teterower See indes ist jeden Tag Trubel auf dem Eis. Da kontrollieren schon die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes, ob alle Corona-Auflagen, wie Abstand, eingehalten werden, so viele lockt das Eis an. Meist sind es Familien, die sich hier zum Wintersport treffen. Zwischendurch wärmen sie sich mit heißen Getränken aus der Thermoskanne auf. Wo sonst im Sommer die Badegäste von der Plattform ins Wasser springen, ziehen sich derzeit Kinder und Erwachsene Schlittschuh an oder schnallen sich Ski unter die Füße, um über das Eis des Sees zu laufen. Mit Schneeschieber ebneten sie sich die Bahnen frei. Das Eis halte, sei dick genug im kleinen Seebereich, es knacke nichts, erklären die Teterower.

„Solche coolen Winterferien hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt die 9-jährige Helena, die sich zusammen mit Ella (7) auf dem Eis vergnügt. Vom ausgelassenen Schlittschuhlaufen haben beide Mädchen schon rote Bäckchen. „Das ist richtig geil, macht so einen Spaß.“ Wie Ella verrät, habe sie das Eislaufen von ihrem Papa gelernt. „Der ist der beste Schlittschuhfahrer“, meint sie. Helena indes genießt noch mehr das winterliche Wetter. Sie gehe auch gern Schlitten fahren in den Heidbergen, und gut rodeln könne man auch am Wasserturm in Gnoien, erzählt sie. Sie sei jetzt lieber draußen als drinnen in der Stube. Das sagen auch Malchiner. Greta (8) und ihre Mutter zum Beispiel laufen ebenfalls begeistert Schlittschuh auf den Peenewiesen in Richtung Remplin raus. Auf der Fläche dort sei dieser Tage viel los. Sowohl Kinder als auch Erwachsene würden das Winterwetter nutzen. Es sei sehr entspannt, einfach perfekt und genau das Richtige, bevor einem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt.

Digitale Ferienspiele werden kaum genutzt

Der 10-jährige Karl darf bei den Großeltern in der Uckermark seine Ferien verbringen und läuft auch dort Ski oder baut mit dem Opa zusammen etwas in der Werkstatt. Lockdown? Der scheint weit weg. Auch Sozialarbeiter Tobias Engel stellt fest, dass die Kinder lieber draußen im Schnee sind als vor dem Computer. Den digitalen Ersatz für die Ferienspiele, die sonst immer beim Sozialwerk der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Malchin-Teterow angeboten werden, habe in der ersten Woche kaum jemand genutzt, sagt er.

Er glaube, die Kinder freuen sich einfach über das schöne Winterwetter, das sei verständlich. Die eingerichtete Website indes werde immer mit Neuem bestückt, auch kleine Aktionen seien dabei sowie Gewinnspiele. Das digitale Ferienangebot soll auch nächste Woche weiterlaufen und die Website später weiter bestehen bleiben für die Kinder- und Jugendarbeit des Familienzentrums.

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