ILLEGALE ENTSORGUNG

Spaziergänger entdeckt Ekelfund in Dargun

Unbekannte haben im Darguner Wald Wildschweinköpfe und Felle illegal entsorgt. Offen ist, ob Jäger im Spiel waren.
Am Dörgeliner Damm in Dargun haben bislang Unbekannte einfach Reste von Wildschweinen im Naturschutzgebiet illegal entsor
Am Dörgeliner Damm in Dargun haben bislang Unbekannte einfach Reste von Wildschweinen im Naturschutzgebiet illegal entsorgt, wie Fell und Köpfe. Der Stadtbauhof hat inzwischen die Tierabfälle entfernt. ZVG/Karl-Heinz Künnemann
Auch eingeschweißtes Fett wurde gefunden, einfach in die Natur geworfen.
Auch eingeschweißtes Fett wurde gefunden, einfach in die Natur geworfen. ZVG/Karl-Heinz Künnemann
Dargun.

Eigentlich wollte Karl-Heinz Künnemann mit seiner Pflegetochter im Darguner Erholungswald nur ein wenig wandern. Doch dann machten beide am Wochenende einen ekligen Fund. Am Dörgeliner Damm am Waldeingang und Kreuzung zur Badestelle beziehungsweise Slawenburg entdeckten sie Reste von zerlegten Wildschweinen und Damwild – wahrlich kein schöner Anblick. Mal abgesehen davon, wurde dies illegal entsorgt. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies Hinterlassenschaften eines Jägers sind“, meint er. „Aber wer tut so was und das in einem Naherholungsgebiet, einem viel genutzten Wanderweg?“ Das fragt sich auch Ralf Vollmann, Chef des Stadtbauhofes.

Er will nicht spekulieren, ob es die Tat eines Jägers war. Vieles deutet aber darauf hin, dass es jemand war, der Wild verarbeitet. Zwei Wildschweinköpfe, fünf Felle, Keulen sowie in Tüten eingeschweißtes Fett seien unter anderem gefunden worden. „Es hat sehr unangenehm gestunken“, sagt Vollmann. Es habe wohl schon länger gelegen. Als der Hinweis einging, sei sofort reagiert, mit Forstamt und Jägerschaft gesprochen worden. Die Stadt wolle auch Anzeige bei der Polizei erstatten. Inzwischen haben Bauhofmitarbeiter die Reste geborgen und am Dienstag über die SecAnim-Tierkörperbeseitigungsanlage Malchin entsorgen lassen. Im vergangenen Jahr habe es schon einmal einen ähnlichen Fall bei Zarnekow gegeben, als solche „Schlachtabfälle“, wie er es formulierte, einfach in die Landschaft geworfen worden waren. „Das macht irgendwie Schule“, ärgert sich Vollmann über so viel Unvernunft und würde gern den Unbekannten auf die Spur kommen.

Forstbehörde hat auf Schweinepest geprüft

Auch der Leiter des Forstamtes Dargun, Rüdiger Neise, kann sein Entsetzen nicht verbergen. Es sei einfach unschön von dem, der so etwas macht, versucht er es diplomatisch zu formulieren. Wahrscheinlich sei es kein Jäger aus der Umgebung gewesen, er glaube einfach nicht, dass jemand in seinem eigenen Gebiet so etwas machen würde und dann noch an öffentlichen Wegen. Die Vermutung liege nahe, so sagt auch er, dass es aber einer war, der an Wildbret herankommt und die Reste entsorgen wollte. Die Forstbehörde habe diese als erstes auf Schweinepest geprüft, ob Gefahr im Verzug bestehe. Glücklicherweise habe sich der Verdacht nicht bestätigt, so Neise. Er denke, dass heimische Jäger auch immer diese Brisanz der Pest im Hinterkopf hätten.

Offenbar war es nicht das erste Mal

Die Tierreste könnte indes einer abgelegt haben, der auf der Durchreise war. Auf kleinen Waldparkplätzen würden die Forstmitarbeiter immer häufiger illegal entsorgten Müll finden, wie zum Beispiel alte Fliesen oder Farbtöpfe, die durchfahrende Handwerker vermutlich abgeladen haben. Ralf Vollmann macht ähnliche Erfahrungen. Auch er und seine Mitarbeiter stellen derzeit viel illegalen Müll im Stadtgebiet und den Ortsteilen fest. Ob Tüten mit Laub, Reifen, Bauelemente oder Bauschutt, alles haben sie schon gefunden und müssen es bergen. „Im Moment ist es wirklich schlimm mit dem Unrat“, sagt Vollmann.

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Kommentare (1)

verrottet rückstandslos. Im Gegensatz zu Plastikmüll, der dafür 500 Jahre braucht und dann immer noch nachweisbar ist.